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Kaufberatung

E-Bike-Motor Kaufberatung: Welcher ist der richtige?

Motor am E-Bike: Welcher ist der Richtige?

Die Auswahl an E-Bikes beim Fachhändler ist riesig. Der Blick ins Internet verunsichert umso mehr. Beim Kauf des richtigen Elektrorades gilt es viel zu beachten. Das Rad muss passen und angenehm zu fahren sein.
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Neben der richtigen Größe und Kategorie ist auch der E-Bike-Motor ein entscheidendes Kriterium. Welcher soll es sein? Front-, Mittel- oder Hecknabenantrieb? Wir geben den Überblick.

E-Bike-Motor: Neuheiten 2018 von Bosch, Brose und Conti

Im Antriebsbereich des aktuellen Modelljahres gibt es viele Neuheiten zu verzeichnen.

Bosch: Der schwäbische Automotive- und Antriebsgigant bringt mit dem neuen Active Plus-Mittelmotor einen Antrieb, der im Vergleich zu seinen großen Brüdern wesentlich leiser arbeitet und im Freilaufbetrieb deutlich leichter zu pedalieren ist.

Brose: Der in Berlin produzierte Brose-Antrieb erhielt ein Software-Update, das die Fahr-Performance des Mittelmotors auf ein Top-Niveau stellt. Mit den Variante Drive S und Drive T haben die Berliner einen sportlichen und einen auf Tourenbedürfnisse abgestimmten Antrieb im Programm.

Premiere bei Conti: Continental ist zum ersten Mal mit einem komplett eigenentwickelten Antrieb am Start. Der Prime 48 wird mit oder ohne angekoppeltes Getriebe – entwickelt in Zusammenarbeit mit NuVinci – zunächst an den Rädern der Cloppenburger Cycle Union verbaut.

E-Bike-Motor: Neuheiten 2018 von Panasonic, Yamaha und Bafang

Panasonic bringt den im letzten Jahr in den Flyer-Modellen Uproc und dem S-Pedelec Urban verbauten neuen Mittelmotor mit zweistufigem Getriebe nun als normale Pedelec-Variante ohne Getriebe (das Schalten ausschließlich über Nabenoder Kettenschaltung) in verschiedenen Flyer-Modellen wie dem Upstreet in den Handel. Dazu einen neuen E-Bike-Motor mit 90 Nm Drehmoment.

Yamaha hat den bisherigen PW Mittelmotor abgespeckt als kräftigere PW-X Variante. Der neue Antrieb ist deutlich kompakter als der bisherige PW und wird erstmals in den Haibike Pedelecs zum Einsatz kommen.

Bafang hat 2018 gleich drei neue Modelle: Die beiden Mittelmotoren M500 und M600 sind drehmomentstark und vor allem für den Einsatz im Gelände konzipiert.

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E-Bike-Motor: Neues von hinten

Bafang baut auf Hecktriebler und bringt den neuen H 800 mit einem satten Maximaldrehmoment von 55 Nm. Auch Go­ SwissDrive und Rollstuhlantriebsspezialist Alber mit seinem Neodrives haben ihre Hecknabenantrieb überarbeitet und 2018 überzeugende Motoren am Start.

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Unterschiede: Front-, Mittel-, Heckantriebe

E-Bike-Motor: Frontnabenantrieb

Frontnabenantriebe sind meist klein und eher etwas unscheinbar. Frontmotoren gibt es zum Beispiel von Panasonic, Ansmann oder TranzX.

Frontnabenantriebe führen hierzulande ein nahezu stiefmütterliches Dasein. Fast ausschließlich in E-Bikes unserer niederländischen Nachbarn verbaut, haben die in der Vorderradnabe integrierten Antriebe trotzdem etliche Vorzüge: Der Frontnabenmotor reagiert eher sanft auf die Steuerungskommandos und eignet sich daher sehr gut im Flachen oder im urbanen Kurzstreckenbetrieb. Aber auch eine Steigung im leicht hügeligen Gelände meistert ein frontgetriebenes Antriebssystem meist problemlos.

Frontnabenantriebe bieten konstruktiv die Möglichkeit, im Bereich des hinteren Antriebsstranges bewährte Fahrradtechnik einsetzen zu können: Egal ob Kette oder Riemenantrieb, Naben- oder Kettenschaltung.

Frontnabenantrieb: Vorteile und Nachteile

Alles ist möglich. Die leisen Antriebe sind meist verhältnismäßig leicht, die Gewichtsschwerpunkte Motor am Vorderrad und Akku eher im Heckbereich weisen diesem System eine relativ ausgeglichene Gewichtsschwerpunktsbilanz aus und sind leicht zu beherrschen.

Geringfügig nachteilig ist das angetriebene Vorderrad, da gewohnheitsmäßig der Vortrieb beim Fahrrad vom Hinterrad ausgeht. Auf feuchtem Untergrund und im Kurvenbereich muss man infolgedessen etwas Vorsicht walten lassen; mit einigen Einfahr- oder Gewöhnungskilometern aber einfach und leicht zu bewerkstelligen. Aus unseren zahlreichen Testfahrten konnten wir diesen Eindruck immer wieder aufs Neue gewinnen.

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E-Bike-Motor: Mittelmotor

Wirkten Mittelmotoren früher wie Fremdkörper am Rad, werden sie jetzt in den Rahmen integriert, wie hier der Bosch Active Line Plus Motor bei einem Rad von Bergamont.

Die Mittelmotoren gelten als die beste Antriebs-Lösung für Pedelecs. Der Schwerpunkt liegt zwischen den Laufradachsen und relativ weit unten, also nahe am Boden. Dadurch wird annähernd die optimale Balance zwischen elektrisch unterstütztem Radfahren und normalem Fahrgefühl erreicht. Dieses Antriebssystem wird in der überwiegenden Masse der am Markt angebotenen Pedelecs verbaut.

Durch den speziell auf das einzelne System angepassten Flansch ist die Konstruktion und Herstellung des Rahmens aufwändig und verhältnismäßig teuer. Dem großen Vorteil der Fahrperformance liegt aber auch der Nachteil der Doppelbelastung des Antriebsstranges gegenüber.

Mittelmotor: Vorteile und Nachteile

Zur Tretkraft kommt die Unterstützung des Antriebs hinzu, im Spitzenbereich teilweise bis zu 600 W zusätzlicher Leistung. Der Antriebsstrang wird folglich stärker beansprucht als bei den Nabenantrieben: insbesondere die Kette, Kettenblätter und Ritzel.

Für die Kettenschaltsysteme wiederum bewirkt dies, sieht man von einem höheren Verschleiß einmal ab, einen Nachteil. Probleme bei der Kraftübertragung entstehen aber bei den Nabenschaltungen, denn die feinen Plantengetriebe im Inneren der Nabe sind für derartige Kräfte, wie sie ein Mittelmotor kombiniert mit der Tretkraft bewirkt, eigentlich nicht ausgelegt. Infolgedessen werden im Bereich der nabengeschaltenen Elektroräder mit Mittelmotor die Drehmomentkräfte auf 50 Nm gedeckelt.

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Synchron – asynchron

Die Mittelmotorantriebe unterteilt man in zwei große Gruppen: In synchron oder asynchron laufende E-Bike-Motor-Modelle. Der Unterschied: Synchronläufer: Kurbel und Kettenblatt bewegen sich synchron zueinander, also eine Kurbelumdrehung entspricht einer Kettenblattumdrehung. Brose- und Yamaha-Antriebe sind so aufgebaut, dass es bei beiden Systemen auch möglich ist, einen Umwerfer zu verwenden, um die Anzahl der Übersetzungen zu verdoppeln und die Entfaltung auszudehnen.

Die Modelle Performance Line und Performance Line CX von Motorengigant Bosch sind anders aufgebaut: Pro Kurbelumdrehung dreht sich das Kettenrad 2,5 mal, also asynchron. Die Verwendung eines Umwerfers ist nicht möglich.

Braucht ein E-Bike so viele Gänge?

Die Frage, die sich automatisch stellt: Braucht ein Elektrorad derart viele Gänge? Die Antwort auf die Frage erschließt sich in der Betrachtungsweise: Einerseits ist es möglich, mit maximal elf Gängen fast immer die passende Wohlfühltrittfrequenz zu erreichen und in nahezu jede Topographie vorzudringen. Die „Lücken“ schließt der Antrieb durch individuelles Schalten der Unterstützung.

Für Stadt- und Urbanbikes völlig ausreichend, selbst auf einer Radtour in den allermeisten Fällen ebenso. Bei Reiserädern und im sportlichen Bereich kann eine große Auswahl an differenten Unterstützungen und damit feinen Abstufungen sehr wohl hilfreich sein. An langen Anstiegen und für Schnelltreter sind feinteilige Gänge ein Segen.

E-Bike-Motor: Wieviel Drehmoment?

Die von den Herstellern kolportierten Drehmomentangaben können gar nicht groß genug sein: 70, 80, 90 oder 100 Nm! Wie hätten Sie´s denn gerne? Geschnitten oder am Stück?

Spaß beiseite, die bloßen Angaben des maximalen Drehmoments helfen keinem weiter. Wichtig ist einerseits die Entwicklungskurve, also bei welcher Trittfequenz und welcher eigenen Tretleistung der Motor seine maximale Kraft entfaltet. Dies wiederum hängt vom Einsatzbereich ab. Ein Stadt- oder Urbanrad benötigt sicherlich keine derartige Lesitungsexplosion wie ein Mountainbike.

Beim Tourenrad kann sich die Kraftentfaltung langsam steigern und erst bei 60 bis rund 70 U/min Kadenz die Drehmomentspitze einstellen. Etwa beim gleichmäßigen Pedalieren bergauf. Unser Tipp: Das passende Rad zum benötigen Zweck ausprobieren und verschiedene Systeme gegeneinander fahren!

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E-Bike-Motor: Modelle von Bosch & Co

Marktführer sind die Bosch-Systeme. Aus deutscher Fabrikation stammen die Brose-Mittelmotoren sowie Continen-tal- und Impulse-Antriebe. Stark vertreten sind auch die asiatischen Hersteller: Shimano,Yamaha, Panasonic und Bafang.

c. Hecknabenmotor

Der Hecknabenantrieb Neodrives von Alber ist ein deutsches Produkt. Zusammengebaut wird der Motor im schwäbischen Albstadt. Alber ist u.a. bekannt für seine motorisierten, portablen Mobilitätshilfen für Rollstuhlfahrer.

Warum braucht man noch einen Hecknabenantrieb, wenn eine große Anzahl der Argumente für die Mittelmotoren sprechen? Welche Vorteile bietet eigentlich ein Hecknabenmotor, die der Mittelmotor nicht hat? Mehrere Aspekte lassen die Hecknabensysteme in einem positiven Lichte erscheinen: Die Hecktriebler arbeiten sehr leise und werden durch die fahrradtypischen Fahrgeräusche überlagert.

Die Leistung und Kraft des Hecknabenmotors kommt da an, wo sie hingehört: Am Hinterrad, ohne Umwege! Der Antriebsstrang wird bei diesem System nicht zusätzlich belastet. Ein maximaler Drehmoment kommt maximal auch am Reifen an.

Hecknabenantrieb: Vor- und Nachteile

Hecknabenantriebe können rekuperieren, das heißt, sie sind in der Lage, den Akku beim Fahren teilweise wieder aufzuladen. Je nach Streckenprofil kann die Energierückgewinnung bis zu rund 20 Prozent betragen.

Ein weiteres Argument für die Hecknabenantriebe ist die Nutzung bewährter Rahmengeometrien und Fertigungstechniken. Das vereinfacht den Rahmenbau und senkt die Kosten. Zur Wartung des Antriebs reicht es aus, das Hinterrad in die Werkstatt zu geben und nicht das komplette Rad.

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Heck: Direkt, indirekt

Bei den Hecknabenmotoren unterscheidet man zwei Systeme: Direkt und indirekt angetriebene Nabenmotoren. Vereinfacht dargestellt: Die direkt angetriebenen Heckmotoren sind wie ein herkömmlicher Elektromotor aufgebaut und besitzen ein äußerlich großvolumiges Gehäuse. Merkmale sind neben einer elastischen Leistungsentfaltung die Möglichkeit zur Rekuperation und der verhältnismäßig einfache und dadurch wartungsfreie und robuste Aufbau. Indirekt angetriebenen Hecknabenmotoren wohnt ein Antriebsmotor und ein kleineres Getriebe inne. Dadurch erreichen diese Systeme eine elegant kompakte Bauform. Diese leichten Systeme finden überwiegend an Stadt- und Falträdern Verwendung.

Go SwissDrive ist ein Hersteller für Heckmotoren. Hier im Bild zu sehen in Kombination mit einem Riemen.

Kombiniert werden können die Hecktriebler mit Kettenschaltungen oder einer Tretlagerschaltung wie Pinion oder Schlumpf (Zwei-Gang-Tretlagerschaltung), welche auch die Nutzung eines Zahnriemens zulassen.

E-Bike-Motor: Modelle von Go Swiss & Alber

Den kleinen Markt der Heckantriebe teilen sich im wesentlichen die Kölner/ Schweizerische Produktion Go SwissDrive sowie Rollstuhl-Antriebsspezialist Alber mit dem NeoDrives System. Der chinesische Lieferant Bafang sowie SR Suntour aben Heckantriebe im Portfolio.

Neben dem Motor gibt es beim E-Bike natürlich noch weitere Dinge zu beachten. Weitere Tipps zu Akkus und Schaltungen, gibt‘ s hier.

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