20,6 kg
2790 Euro
Lemmo One Collab.Ride im Test
in E-Bike
Lemmo One Collab.Ride im Test
One Collab.Ride: Smarter Verwandlungskünstler
Mit seiner Collab.Ride-Modellreihe schickt sich Lemmo an, das urbane Pendeln auf ein neues Level zu heben. Bauten die Berliner bislang vor allem auf die mechanische Trennung von Fahrrad und E-Antrieb bringt das junge Start-up nun ein technologisches Upgrade an den Start, das die Grenzen zwischen künstlicher Intelligenz und klassischem Radfahren verschwimmen lassen soll.
Boxenstopp für den Akku: E-Bikes unterwegs laden
Bereits bei seinem Markteintritt im Jahr 2022 sorgte Lemmo mit seiner sogenannten E-Plus-Technology für Aufsehen: anders als in den allermeisten E-Bikes saß im Modell One der Akku als markante, wie autarke, Funktionseinheit im Rahmendreieck – statt integriert oder gar fest verbaut im Unterrohr.
Mit dem Ansatz, die Elektronik klar vom Rahmen zu trennen, sicherten sich die Hauptstädter in der Folge renommierte Designpreise wie beispielsweise den Red Dot Best of the Best Award. Nun, knapp vier Jahre später, erreichte mit dem Collab.Ride die neueste Generation der One-Serie unsere Redaktion.
Genauer gesagt: die Core Edition, die als eine von vier Varianten mit Diamantrahmen und automatischer Kettenschaltung daherkommt und ein Zusammenspiel zwischen Fahrer, künstlicher Intelligenz und ausgefeilter Mechanik beherrschen soll. So jedenfalls das Produktversprechen der Hauptstädter.
Lemmo One Collab.Ride: Dual-Mode: aufwandslos zum Bio-Bike
Gleich zu Beginn lenkt der sauber verarbeitete und mit edler Kohlefasergabel kombinierte Alu-Rahmen unsere Blicke auf sich. Keine sichtbaren Schweißnähte stören die fließende Silhouette, was dem Lemmo fast schon eine majestätische Carbon-Ästhetik verleiht.
Das optische wie funktionale Highlight ist und bleibt jedoch die graue SmartPac genannte Batterie-Box. Mit ihrem hochwertigen Textilbezug erinnert sie eher an ein Design-Accessoire aus dem Office-Bereich als an einen Energiespeicher.
Mapy.com: Volle Kartenfunktion auch ohne Mobilfunk-Netz
Und genau hier greift das Dual Mode Vehicle-Konzept (DMV) der Berliner: Zieht man das etwa drei Kilogramm wiegende SmartPac mit einem beherzten Ruck an der Textilschlaufe aus seiner Verankerung, wird aus dem One ein klassisch-unmotorisiertes Urbanbike.
Im nächsten Schritt lässt sich dank patentierter mechanischen Kupplung an der Hinterradnabe (Dual Mode Hub) auch der Motor vollständig vom Laufrad entkoppeln – und das Testbike-Gewicht auf knapp über 16 kg reduzieren. Für unsere Testfahrt…
Testrunde: schubstark & smart schaltend
…arretieren wir das SmartPac jedoch wieder im Rahmendreieck, entsperren via Lemmo-App und unter der SmartPac-Abdeckung aufgeklebtem QR-Code das Bike, und nehmen bereits nach der ersten Pedalumdrehung zügig Tempo auf. Dabei schiebt der überarbeitete Dual Mode Hub im Smart Power-Modus spritzig, aber angenehm linear von hinten an, ohne uns mit ungestümem Vorwärtsdrang zu überraschen.
Bis 52 Newtonmeter Drehmoment liefert das Heck-Aggregat mit seinen mittels unscheinbar neben dem rechten Griff platziertem Button wechselbaren drei Unterstützungs-Modi in der Spitze – ein spürbares Plus zur Vorgängergeneration, das uns an Ampelsprints und leichten Steigungen dynamisch und stets recht geräuscharm antreibt. Schalttechnisch überzeugt das modifizierte Wheeltop EDS 10-Gang-System mit wirklich sehr geschmeidigen Übersetzungswechseln.
Denn: Gefüttert von einer Multi-Sensor-Fusion im Hintergrund, die permanent Trittfrequenz, Drehmoment und Steigung analysiert, wechselt die Kette die Ritzel vollautomatisch mit hoher Präzision sowie zu einem sinnvoll gewähltem Zeitpunkt. Alternativ kann jederzeit auch manuell „korrigiert“ und über kompakte Daumentaster neben dem rechten Griff eingegriffen werden.
E-MTB-Test: Viel Fahrspaß im Gelände
Nach der ersten Hälfte unserer Testrunde ist klar, dass das One trotz sportivem Antriebscharakter zu keiner Zeit in (Rahmen-)Unruhe verfällt. Vielmehr präsentiert sich das Alu-Chassis als verwindungssteif und gutmütig, in dem es Lenkbefehle direkt und agil umsetzt. Einzig in schnellen, engen Kurvenwechseln ist der bauartbedingt höhere Schwerpunkt des Lemmos spürbar, da die SmartPac-Box weit oben im Rahmendreieck thront, verlangt das Bike in flotten Kehren nach einer Nuance mehr Führungshand.
Aber: hier spielt dann das aufgeräumte, recht gerade Cockpit mit top Kontrolle seine Stärken aus und sorgt dank der ergonomischen Flossengriffe dafür, dass die Handgelenke auch nach längerer Fahrt nicht ermüden. Überhaupt gefällt die Geometrie der Core Edition, da man eine sportlich-aktive, aber keineswegs zu gestreckte Sitzposition einnimmt.
So behalten wir im dichten Münchener Stadtverkehr den Überblick, bekommen aber dennoch effizient Druck auf die Pedale.
An die Isar auf moderaten Schotterweg abgebogen, liefert die 44 Millimeter breite und feinstollige Bereifung mit spürbarer dezenter Eigendämpfung ordentlichen Grip. Bereits im Großstadtverkehr durch bissiges Zupacken in puncto Sicherheit überzeugt, greifen hier auch die hydraulischen 4-Kolben-Bremsen mit 160er-Rotoren gut dosierbar zu.
ElektroRad-Test 2026: 88 E-Bikes im Test
Wieder zurück in der Redaktion notieren wir noch unseren rundum positiver Eindruck der stimmigen Vollausstattung für den Pendleralltag. Dabei halten stabile Alu-Spritzschützer die Hose zuverlässig trocken, das integrierte Lichtsystem mit unauffälliger Bremslichtfunktion die Sichtbarkeit hoch, während ein dezent ins Schutzblech übergehender Gepäckträger Packtaschen bis 15 kg Beladung schultert.
Fazit: E-Flitzer mit innovativen Features
So überzeugt das Lemmo One Collab-Ride als durchdachtes Konzept für eine sich im Urbanen bewegende Zielgruppe mit angenehm natürlichem Fahrverhalten dank gelungenem Zusammenspiel aus KI-Schaltung und adaptivem Heckmotor. Sehr erwähnenswert ist auch das E-Lock in der Hecknabe, welches im Alltag unscheinbar vor Gelegenheitsdieben schützt – und sich nach dem Abstellen des Bikes automatisch beim Entfernen des gekoppelten Smartphones aktiviert.
Detailaufnahmen des Lemmo One Collab.Ride
Lemmo One Collab.Ride im Test: Technische Daten
| Preis Testrad | 2790 Euro |
| Gewicht | 20,6 kg |
| zul. Ges.gewicht | 140 kg |
| Größen | L (Testgröße), XL |
| Rahmen | Aluminium |
| Gabel | Carbon |
| Schaltung | Automatische Kettensch., Wheeltop EDS, 10 Gänge |
| Motor | Lemmo Dual Mode Hub, 52 Nm Drehmoment |
| Akku | 531 Wh, entnehmbar, mit USB-A und USB-C Anschlüssen, Taschenlampen-Funktion, Gewicht: etwa 3 kg |
| Reifen | Innova Urban, 27,5“, 44 mm |
| Bremsen | hydraulische Scheibenbremsen, 4 Kolben, 160/160 mm |
| Display | LCD-Display im Oberrohr |
| Lichtanlage | v: K Mark, 20 Lux / h: K Mark m. Bremslicht |
| Sonstiges | GPS an Apple FindMy Tracking, Electronic Rear Hub Lock, Gepäckträger (15 kg), Alu-Spritzschützer, Seitenständer |




