Fahrrad-Monitor 2025: Fahrradnutzung, Sicherheit
Fahrrad-Monitor 2025: Stabile Fahrradnutzung, fehlende Sicherheit
Fahrrad-Monitor 2025: Fahrradnutzung, Sicherheit
in Story
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Wie schätzen deutsche Radfahrer ihre Situation ein? Auf diese Frage sucht seit 2013 der Fahrrad-Monitor Deutschland Antworten zu finden. Die aktuelle Ausgabe zeigt: Die Potenziale für die Stärkung des Radverkehrs sind vorhanden. Allerdings bestehen bekannte Probleme weiter, etwa beim Thema Sicherheit.
Fahrradnutzung in Deutschland bleibt stabil
Alle zwei Jahre erhebt das SINUS-Institut den vom Bundesministerium für Verkehr geförderten „Fahrrad-Monitor“, ein Stimmungsbild zur Situation der Radfahrer in Deutschland. Abgefragt werden dabei Themenkomplexe wie Verkehrsmittelnutzung, Nutzungsanlässe, Sicherheit oder Fahrradfreundlichkeit von Politik und Arbeitgebern.
Die Ergebnisse der repräsentativen Online-Befragung für den „Fahrrad-Monitor 2025“ sind dabei durchaus positiv: Die Fahrradnutzung zeigt im Vergleich zu den vergangenen Umfragen erneut einen leichten Anstieg. Rund 41 Prozent der Menschen im Alter zwischen 14 und 69 Jahren nutzen das Zweirad mittlerweile fast täglich oder mehrmals in der Woche.
Vor allem für Einkäufe, Erledigungen oder Besuche ist das Fahrrad eine beliebte Alternative zum Auto oder anderen Verkehrsmitteln. Für den Weg zur Arbeit nutzen immerhin 22 Prozent der Befragten das Fahrrad nahezu täglich.
Früh übt sich
Auch bei Kindern spielt das Radfahren im Alltag schon eine wichtige Rolle und ist sehr beliebt: Unter den 6- bis 13-Jährigen nutzen 64 Prozent ihr Fahrrad regelmäßig. Mit 88 Prozent ist die überwiegende Mehrheit der Kinder dabei gerne mit dem Rad unterwegs.
Die ersten Erfahrungen sammeln viele Kinder bereits vor dem Eintritt in die Grundschule. Bis zum Alter von 8 bis 9 Jahren sind die Kleinen daher meist noch in Begleitung ihrer Eltern unterwegs.
Auch abseits von gemeinsamen Ausflügen können die Eltern ihre Schützlinge auf dem Weg zum selbstständigen Fahren unterstützen, etwa bei der Vorbereitung auf die schulische Fahrradprüfung. Diese steht in der Regel im dritten oder vierten Schuljahr an und ist der Beleg für die „Straßentauglichkeit“ der Kinder.
Noch immer ein Problem: Sicherheit von Radfahrern
Ein schwieriges Thema bleibt die Sicherheit von Radfahrern. Während bei der Nutzung eine positive Tendenz zu verzeichnen ist, sinkt das Sicherheitsgefühl im Vergleich zum Fahrrad-Monitor 2023. Insgesamt fühlen sich 41 Prozent der Radfahrenden unsicher im Straßenverkehr.
Frauen und ältere Menschen empfinden das Radfahren dabei noch unsicherer. Einig wiederum sind sich die Befragten bei den Gründen für ihre Unsicherheit: In erster Linie sind es rücksichtslose Autofahrer (60 Prozent), ein zu hohes Verkehrsaufkommen (48 Prozent) oder zu hohe Geschwindigkeiten von Autos (47 Prozent).Fa
Für Kinder sind es vor allem große Autos (wie Lkw und Busse) und das Risiko, von einem Auto angefahren zu werden, die sich negativ auf ihr Sicherheitsgefühl auswirken. Außerdem empfinden die Kleinen zu viel Verkehr (57 Prozent), Baustellen und kaputte Wege (41 Prozent) sowie mangelnden Platz (39 Prozent) als störende Faktoren beim Radfahren.
Sicherheit ist auch beim Fahrradparken gefragt
Sorgen haben die befragten Radfahrer allerdings nicht nur im Straßenverkehr, sondern genauso beim Abstellen der Fahrräder. Etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer gab an, sich wegen eines möglichen Diebstahls zu sorgen. Ein Grund hierfür mag die wachsende Zahl von hochpreisigen E-Bikes sein, bei denen der Verlust schon wegen der höheren Kaufpreise umso schwerer wiegt.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Abstellsituation für Fahrräder je nach Umfeld sehr unterschiedlich wahrgenommen wird. Während die Abstellmöglichkeiten an der Arbeitsstätte oder in der privaten Wohnumgebung überwiegend positiv beurteilt werden, schneiden Stadtzentren, Bahnhöfe, Behörden und ÖPNV-Haltestellen unterdurchschnittlich ab.
Entsprechend groß ist der Wunsch nach sicheren Fahrradabstellanlagen, den 40 Prozent der Befragten äußerten. Vor allem Kommunen und Verkehrsbetriebe sind in diesem Punkt gefragt, um sichere und bedarfsgerechte Fahrradabstellanlagen zu planen – und umzusetzen. Genau wie Radwege, Fahrradstraßen und Radfahrstreifen sind Abstellmöglichkeiten ein wesentlicher Aspekt einer gut ausgestatteten Radverkehrsinfrastruktur.
Investitionen in Fahrradinfrastruktur erwünscht
Der Ausbau der Infrastruktur für Radfahrer bleibt auch im „Fahrrad-Monitor 2025“ oben auf der Wunschliste der Befragten. Die Erwartungen an Bund, Länder und Kommunen drehen sich dabei einerseits um quantitative Verbesserungen (mehr Radwege, mehr Schutz- und Radfahrstreifen, mehr Fahrradstraßen, mehr Fahrradabstellmöglichkeiten). Andererseits wünschen sich die Umfrageteilnehmer qualitative Maßnahmen (Trennung von Radfahrern und Pkw-Nutzern oder Fußgängern, bessere Beläge für Radwege).
Im Vergleich zu früheren Befragungen gab es bei den Wünschen der Radfahrer kaum Veränderungen. Das ist insofern bedauerlich, weil die Umfrageergebnisse eine wachsende Bereitschaft zeigen, das Fahrrad häufiger zu nutzen: 55 Prozent der Befragten gaben an, in Zukunft mehr Wege mit dem Fahrrad oder Pedelec zurücklegen zu wollen.
Das Wachstumspotenzial ist beim Radverkehr also durchaus vorhanden. Woran es vielerorts nach wie vor fehlt, ist eine sichere Infrastruktur. Diese würde nicht nur unter den Erwachsenen die Voraussetzungen für eine stärkere Fahrradnutzung verbessern. Mit sicheren Radwegen, die kindgerecht angelegt sind, kann der Radverkehr generationenübergreifend und langfristig gefördert werden. Zu diesem Schluss kommt auch das Bundesministerium für Verkehr. Wie sehr die vorhandenen Potenziale ausgeschöpft werden, zeigt sich spätestens beim nächsten „Fahrrad-Monitor“ in zwei Jahren.
