Reichstag Berlin: Arbeitsplatz des neuen Parlamentarischen Kreises.
Verkehrspolitik

Bundestag: Neue parlamentarische Radgruppe

Bundestag will Radverkehr fördern

Der deutsche Bundestag hat jetzt einen fraktionsübergreifenden Parlamentskreis Fahrrad. Die fahrradpolitischen Sprecher der Fraktionen haben ihn auf Initiative des Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann während des Parlamentarischen Abends der Fahrrad-Verbände gegründet. Erklärtes Ziel des Kreises sei, eine „große Koalition für das Rad“ zu schmieden. Der Fahrradclub ADFC rechnet mit verstärktem politischen Schub für den dringend notwendigen Ausbau des Radverkehrs. Arbeit gibt es derweil zuhauf.
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ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Das Fahrrad entlastet die Städte von zu viel Autoverkehr und schafft Lebensqualität. Es verbessert die Gesundheit der Menschen und ist gut fürs Klima.“ Deshalb sei es genau richtig, dass im Parlamentskreis Fahrrad Politiker aus unterschiedlichen Ressorts zusammenkommen. Mit seinem Standpunkt zur Initiative umreißt Stork gleichzeitig die Aufgaben, die die Gruppenmitglieder aktiv in den Bundestag tragen sollen.

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Bundestags-Mitglieder von CDU, SPD, FDP, Grünen und Linken gehören der Gruppe an

Zu den Gründern der Initiative gehören Sybille Benning, Enak Ferlemann und Gero Storjohann von der CDU, Ulli Nissen und Mathias Stein von der SPD, Stefan Gelbhaar und Cem Özdemir von den Grünen, Christian Jung von der FDP und Andreas Wagner von den Linken. Anlass der Neugründung war der Parlamentarische Abend „Faktor Fahrrad: Wirtschaftskraft und Lebensqualität“. Auf Einladung von Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), Verbund Service und Fahrrad (VSF) und Zweirad-Industrieverband (ZIV) kamen mehr als 200 Gäste, darunter 25 Mitglieder des Bundestages, im Berliner Regierungsviertel zusammen.

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Gemeinsamer Parlamentarischer Abend der Fahrrad- und Branchenverbände ZIV, VSF und ADFC in Berlin

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Die Niederlande als großes Vorbild

Industrie und Verbände erhoffen sich vom Arbeitskreis entscheidende Impulse für die Bundespolitik. Denn das Fahrrad ist ein zentraler Baustein für die Verkehrswende. Der ADFC verweist zurecht in seiner Pressemitteilung auf unseren westlichen Nachbarn: „Die Niederlande können auf das weltweit am besten ausgebaute Alltagsradwegenetz zurückgreifen. Dort legen die Menschen im Durchschnitt mehr als 1000 Kilometer im Jahr mit dem Rad zurück, in Deutschland sind es nur 400.“ Das zeige sehr deutlich, wohin die Reise gehen muss und welche Hebel wirkungsvoll sind. Gleichzeitig seien die Unzufriedenheit mit dem Infrastruktur-Angebot und das Unsicherheitsgefühl der Radfahrenden in Deutschland durch mehrere Studien belegt. Der ADFC fordere daher eine bundesweite Investitionsoffensive von 30 Euro pro Einwohner und Jahr für den Radverkehr mit dem Ziel, jede dritte Autofahrt auf das Rad verlagern. Diese Forderungen solle die neue parlamentarische Gruppe in den Bundestag tragen.

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Konkrete Absprachen in Panels

Noch während des Parlamentarischen Abends besprachen die Abgeordneten mit den Vertretern der Rad-Verbänden zahlreiche Themen rund um die Wirtschaftskraft des Fahrrades. Es ging um die Industrie, den Fachhandel, die Fahrrad-Start-Up-Szene sowie die neuen Möglichkeiten in der Logistik dank Lastenrädern. Auch Fahrradtourismus und die gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Vorteile des Radfahrens besprachen die Teilnehmer an diesem Abend, vermeldet der Zweirad-Industrie-Verband, Mitgastgeber des Abends.

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