Autofreier Sonntag im Lieblichen Taubertal im August 2016.
Autofreier Tag

Autofreier Tag – in welcher Stadt in Deutschland geht was?

Straßen frei für Radfahrer und Fußgänger!

Vom 16. bis 22. September findet die Europäische Mobilitätswoche statt, zu der zahlreiche Aktionen gehören. Den Abschluss bildet ein autofreier Tag. Aber wo in Deutschland findet ein solcher statt? Und was bedeutet das eigentlich konkret?
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Wie jedes Jahr ruft die Europäische Kommission im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche Städte und Gemeinden dazu auf, sich intensiv dem Thema der nachhaltigen Mobilität anzunehmen. Über 2400 Städte aus 50 Ländern nehmen teil und werben mit Aktionen und Veranstaltungen für eine Verkehrswende.

Motto „Mix and Move!“

Das diesjährige Motto der Mobilitätswoche lautet: „Mix and Move – Sei flexibel!“. Die Europäische Kommission will damit zeigen, dass ein sinnvoller Mobilitätsmix zu mehr Lebensqualität führen kann. Dass man beispielsweise öffentliche Verkehrsmittel gut mit dem Rad kombinieren kann und so kostengünstiger, gesünder und schneller unterwegs ist. Dass eine Verkehrswende möglich ist.

Autofreier Tag bedeutet oft: eine autofreie Straße

Die Website zur Europäischen Mobilitätswoche zeigt eine Übersicht über die teilnehmenden Länder und Kommunen. Zunächst wirkt das Engagement in Deutschland beeindruckend: 50 Städte und Gemeinden nehmen teil. Wer sich dann die Details ansieht, wird stutzig: Ein autofreier Tag ist beispielsweise für die Stadt Nürnberg angegeben. Doch in Wirklichkeit handelt es sich um eine einzige Straße, die unter dem Motto „Nürnberg macht Platz!“ gesperrt wird. Die Idee: Verschiedene Aktionen und Veranstaltungen in der Lorenzer Straße, welche in der Zeit von 12 bis 18 Uhr autofrei ist. Auch eine Teilnahme am Aktionstag PARKing Day ist vorgesehen. Weitere deutsche Städte, die eine autofreie Zone fürs Wochenende organisiert haben, sind beispielsweise Chemnitz, Frechen, Leipzig, Osnabrück und Würzburg.

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Die Idee der autofreien Aktionen früher und heute

Autofreie Tage fanden in Europa das erste Mal in den 1950er Jahren statt. Sie wurden damals beispielsweise von der Schweizer Regierung regelrecht angeordnet, da ein Engpass bei der Versorgung mit Erdöl drohte. Auch in den 1970er Jahren war das noch der Anlass für autofreie Sonntage, hier gab es sie das erste Mal auch in Deutschland. Heute wird der Aktionstag in der Regel von Umweltverbänden und auch Kirchen organisiert und unterstützt, die Frage nach der Verkehrswende steht stark im Fokus. Dahinter steht auch weiterhin die Idee, einen Tag komplett auf das Auto zu verzichten. Doch in Wirklichkeit sind es nur einzelne Straßen, auf denen gefeiert und geradelt wird – was sehr schön ist! -, aber mit einem Autoverzicht nichts zu tun hat.

Straße zurückerobern

Passend zu Europäischen Mobilitätswoche hat der ökologische Verkehrsclub VCD übrigens seine neue Plattform „Straße zurückerobern“ eröffnet. Die Idee dahinter: Die Verkehrswende kann nur dann funktionieren, wenn engagierte Bürger von ihren Aktionen berichten und andere damit anstecken. Deshalb ruft der VCD alle dazu auf, die Geschichten zu erzählen, die von einer Rückeroberung der Straßen zeugen. Egal, ob es um Aktionen für sichere Fuß- und Radwege, um Initiativen für Tempo 30 oder autofreie Straßenfeste geht, alle Ideen sind willkommen. Die besten Artikel werden auf der neuen Website veröffentlicht – sie machen das deutschlandweite Engagement für eine nachhaltigere Mobilität sichtbar.

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