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Fahrrad online kaufen: Vorteile und Nachteile der Bestellung bei Online-Shops

Bike aus der Box

Fahrrad online kaufen: Vorteile und Nachteile der Bestellung bei Online-Shops

Mittagspause im Büro. Ein neues Fahrrad soll her. Ein Klick im Internet – und das neue Traumbike ist im Handumdrehen da. Diese Vorstellung ist verlockend: Offenbar spielen 29% der Käufer mit dem Gedanken, ein Fahrrad online zu kaufen. Doch ein Online-Kauf kann auch seine Tücken haben. Wir klären auf.
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Gründe für einen Fahrradkauf im Internet gibt es viele. Wenn man nicht gerade in einer Großstadt wohnt, hat man es oft schwer, eine genügend große Auswahl verschiedener Fahrradmarken zu finden. Aber auch ein voller Terminkalender oder ein verregneter Abend können gute Gründe sein, im Web zu surfen. Gibt man auf Google den Begriff „Fahrrad Online kaufen“ ein, erhält man 52 Millionen Suchergebnisse. Das passende Rad zu finden, liegt also nicht am mangelnden Angebot – sondern an der schwierigen Orientierung in dem Dickicht an Angeboten.

„Natürlich ist der Preis ein wichtiger Kaufgrund“, meint Sven Rocksloh, Leiter E-Commerce und Kundenservice von B.O.C im Gespräch mit uns. „Aber es sollte auch darauf geachtet werden, dass es sich um seriöse Anbieter handelt, die auch nach dem Kauf als guter Partner auftreten. Insbesondere bei Schadens- und Garantiefällen ist ein guter Kundenservice und eine gute Ab­deckung an Werkstätten enorm wichtig.“

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Fahrrad online kaufen: Welcher Internet-Shop ist seriös?

Fahrradkauf ist Vertrauenssache. Immer wieder hört man jedoch von Fake-Shops, die bestellte und per Vorkasse bezahlte Ware niemals verschicken. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte misstrauisch werden, wenn die marktüblichen Preise deutlich unterschritten werden.

Die AGB und ein Impressum – bestehend aus Firmenname, Inhabername, Anschrift und Kontaktdaten – gehören unbedingt auf eine Website. Fehlen sie, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen unseriösen Anbieter. Online-Käufer sollten deshalb die Vertrauenswürdigkeit von Shops durch Bewertungsplattformen wie Trusted Shops kontrollieren.


Trusted-Shops

Trusted Shops ist eine Bewertungsplattform, die Online-Händlern ein Siegel mit Bewertungssternen zur Verfügung stellt. Jeder Online-Shop wird von einem Mitarbeiter von Trusted Shops umfangreich geprüft und zertifiziert. Die Trusted Shops Zertifizierung sichert so zuverlässig vor Betrügern und unseriösen Anbietern.

Die Echtheit eines Trusted Shop Zertifikates erkennt man daran, dass man auf die Homepage von Trusted Shop geleitet wird und weitere Informationen zum Shop erhält, wenn man auf das Trusted Shop Badge klickt. Jeder Shop kann zudem hier überprüft werden: www.trustedshops.de/shops/


Gibt es online überhaupt gute Qualität?

Seriöse Online-Händler wie zum Beispiel Brügelmann, B.O.C oder Bikediscount werden von allen namhaften Fahrradherstellern beliefert. Auch Rose oder H&S Bikediscount haben ein breites Spektrum an Markenartikeln – und bieten darüber hinaus ihre eigenen Marken an. Bei Rose ist es die gleichnamige Fahrradmarke. Bei H&S Bikediscount ist es die hauseigene Fahrradmarke Radon.

Eine Marke wie Canyon ist ein sogenannter „Direktversender“, der seine Qualität schon in diversen Tests bewiesen hat. Daneben gibt es noch Manufakturmarken wie Maxx, Patria oder Storck, die durch Online-Konfiguratoren ein hohes Maß an Individualisierung zulassen und einen kompetenten Stützpunkthändler einbeziehen. Wer keine Beratung beim Händler benötigt, kann bei MAXX auch direkt bestellen – dann gibt es sogar noch einen Rabatt auf den Kaufpreis.

Wie finde ich online das richtige Fahrrad?

Die allererste Frage, die man sich beantworten sollte, lautet: Welche Fahrradkategorie passt zu mir? Wichtig: Das Fahrrad hat primär zum Einsatzzweck und zu den eigenen Bedürfnissen zu passen. Das Budget zu bestimmen, ist der zweite Schritt. Damit grenzt man auch schon die Ausstattung des Rades ein. An diesem Punkt der Suche kristallisieren sich meist schon eine Handvoll Räder heraus. Produkttests in Magazinen helfen dann ebenso bei der Entscheidungsfindung, wie auch Erfahrungsaustausch in Online-Gruppen.

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Beim Surfen merkten wir: Jeder Shop ist anders aufgebaut, aber das Prinzip ist immer das Gleiche. Die Fahrräder werden nach den bekannten Kategorien mehr oder weniger übersichtlich gelistet. Die Bestellung erfolgt entweder online oder auch telefonisch. Dabei wird die Auswahl in einen virtuellen Warenkorb gelegt, dann löst man die Bestellung aus, indem man seine persönlichen Daten angibt und den Kauf bestätigt.

Wie kann ich mein Fahrrad beim Online-Kauf bezahlen?

Seriöse Online-Händler bieten eine Vielzahl von Zahlungsmöglichkeiten an. Bezahlung per Vorkasse, Nachnahme, PayPal, Sofortüberweisung und Kreditkarte sind üblich. Misstrauisch sollte man werden, wenn ein Online-Handel nur auf Vorkasse besteht.

Positiv sind uns die Shops von Brügelmann, B.O.C. und Bikediscount aufgefallen. Auf den Startseiten wird bereits eine Auswahl der besten Angebote und der beliebtesten Artikel angeboten. Unentschlossene bekommen Anregungen geliefert – Schnäppchenjäger dürfen sich freuen.

Apropos Schnäppchen: Hat man ein bestimmtes Modell ins Auge gefasst, lohnt es sich, die genaue Modellbezeichnung auf Google einzugeben und die „Shopping“-Suche zu nutzen. Vielleicht findet man ja einen anderen Shop, der genau das gleiche Modell billiger anbietet. Man sollte die Suchergebnisse genau überprüfen, ob es sich auch um die gleiche Ausstattung des Rades handelt.

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Kann ich auch eine Probefahrt machen, wenn ich ein Fahrrad online kaufe?

Eine Probefahrt geht online natürlich nicht – eine Tatsache, welche viele bislang von einem Onlinekauf abhielt. Doch die Online-Welt verwebt sich zunehmend mit der „realen Welt“: Bei Direktversender Canyon können die Räder am Showroom in Koblenz, oder auf Festivals, Test-Bike-Events und Hausmessen getestet werden. Der Direktversender Rose hat drei Stores in Bocholt, München und Posthausen. Als einziger der Direktvertriebler unterhält Radon ein Netz aus mittlerweile rund 100 Service-Partnern, bei denen der Käufer die Räder auch Probefahren kann.

Die „Manufakturbikes“ von Patria oder Storck können bei ausgesuchten Stützpunkthändlern getestet werden, wo immer ein bestimmtes Kontingent vorrätig sein muss. MAXX Bikes aus München überlässt dem Kunden die Wahl, ob er den Kauf über einen MAXX Vertragshändler, direkt bei MAXX oder einem Händler seiner Wahl abwickelt, „da es meist eine gewachsene Vertrauensbeziehung zwischen Kunde und einem bestimmten Händler gibt“, erklärt Uwe Matthies von MAXX Bikes. So viel Freiheit gefällt uns!

Man muss jedoch feststellen, dass die Mehrzahl der typischen Online-Käufe „blind“ erfolgt. Die Kulanz der Online-Händer und das Fernabnahmegesetz machen es möglich, dass ein unzufriedener Käufer ein unpassendes Fahrrad einfach wieder zurücksenden kann. „Durch unsere Zufriedenheitsgarantie inklusive kostenloser Rücksendung kauft der Kunde risikofrei“, versichert uns der Versender B.O.C., der auch 30 Filialen unterhält.

Wie bestimme ich die richtige Rahmengröße?

Das schönste Fahrrad macht nur Spaß, wenn es auch passt. Wenn man keine Probefahrt machen kann oder will, dann muss man die richtige Größe des Rades anders bestimmen. Die Rahmenhöhe ist abhängig von der Körpergröße bzw. der Schrittlänge. Diese Werte ergeben dann die richtige Rahmengröße, die wiederum in Abhängigkeit zur Fahrradkategorie steht. Ein komplexes Thema.

Aber keine Bange. Man muss kein Profi sein, um die richtige Rahmenhöhe zu finden. Alle von uns besuchten Online-Shops haben Tabellen und Online-Tools, um die richtige Rahmenhöhe zu bestimmen. Hängt man wirklich einmal zwischen zwei Rahmengrößen, nimmt der Komfort-Radler lieber die größere Rahmengröße – der sportliche Radler nimmt die kleinere.

Wie kommt das Rad nach dem Online-Kauf bei mir an?

Damit das Fahrrad unbeschädigt ankommt, setzen Online-Versender auf Logistik-Unternehmen mit Erfahrung im Fahrradversand. Die meisten Fahrräder befinden sich bereits in einem Zentrallager. So können Online-Händler sehr genaue Lieferzusagen treffen. Leider kann es durch starke Nachfragen aber auch hier zu Verzögerungen kommen.

Vor dem Versand findet bei allen der hier genannten Versender ein gewissenhafter Check des Rades statt. Die Bremsen und die Schaltung werden eingestellt. Erfreulicherweise sind bei den allermeisten Versendern Vorder- und Hinterrad bereits eingebaut. Nach der Anlieferung im Spezialkarton müssen nur noch die Pedale angeschraubt und der Lenker geradegestellt werden. Fertig!

Canyon verwendet einen Versandkarton, bei dem der Kunde die komplette Front öffnen kann. Das sorgt nicht nur für ein einfaches Entnehmen des Rades – sondern auch für eine ansprechende „Präsentation“ und ein emotionales Kauferlebnis. Weiteres positives Detail: das beiliegende Werkzeug.

Wenn das Rad geliefert wird…

Auspacken: Für Rücksendung z.B. bei Reklamation oder Wartung den Karton immer aufbewahren.

Online, Fahrrad online kaufen

Lenker gerade: Mit einem Drehmomentschlüssel speziell für Fahrräder den Lenker feststellen.

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Pedale dran: Drauf achten: linke Seite ­Linksgewinde, rechte Seite ­Rechtsgewinde!

Tutorials auf Websites der Versender

Jeder Versender hat auf seinen Seiten Tutorials, wie man Sattel und Cockpit optimal einstellt. Auch auf der Onlineseite www.richtigradfahren.de werde wertvolle Tipps gegeben, wie man das Rad richtig einstellt. Sollte man trotzdem mal nicht weiter wissen, gibt es bei allen Versendern einen Kundenservice.

Einen besonderen Service bietet Versender Rose: Die Premium-Lieferung kann man nicht nur auf die Stunde genau bestimmen – der Mechaniker stellt einem das Rad gleich auch noch optimal ein und gibt eine umfassende Einweisung. Mehr Service geht nicht.

Wer macht nach einem Online-Kauf Reparaturen oder Service an meinem Rad?

Jeder, der Reparaturen selbst ausführen kann, ist natürlich fein raus und kann bei jedem seriösen Online-Händler kaufen. Wer nicht nur für Reparaturen, sondern auch für Wartung und Inspektion auf einen Service angewiesen ist, der ist besser bei einem Online-Shop mit Filialen aufgehoben.

Direktversender handhaben es so, dass das Rad im Versandkarton wieder zum Hersteller zurückgesendet wird. Dieser bemüht sich dann um zügige Wartung. Bei einem Schadensfall greift bei jedem Online-Händler die gesetzliche Gewährleistung, viele bieten zusätzlich eine 2-Jahres-Garantie.

Kann ich einen Artikel zurückgeben, wenn er mir nicht gefällt?

Im Versandhandel gibt es ein klar geregeltes gesetzliches Widerrufsrecht. So können alle im Internet bestellten Artikel innerhalb von 14 Tagen mittels einer eindeutigen Erklärung, die keine Gründe enthalten muss, kostenlos zurückgesendet werden.

Brügelmann, fahrrad.de und Fahrradgigant erweitern diese Frist freiwillig sogar bis zu 100 Tage. Dazu kann man bei seinem Online-Händler einen Retourenschein beantragen. Vielen Sendungen liegt auch schon ein Rücksendeaufkleber bei, den man verwenden kann.

Online, Fahrrad online kaufen

Drei-Teile-Puzzle: So kommen die meisten Fahrräder aus der Versandbox. Wer es nicht zusammen bekommt, greift zum Telefon.

Online, Fahrrad online kaufen

Bereit für die erste Ausfahrt: das Online-Bike wurde beim Versender schon gewissenhaft vormontiert und penibel eingestellt. So steht dem Spaß nichts mehr im Weg.

Fazit zum Online-Kauf von Fahrrädern

Der Online-Kauf ist heutzutage kein Hexenwerk mehr. Die Angebote und Vertriebs-Philosophien sind so unterschiedlich wie die Bedürfnisse der Käufer. Jeder sollte daher nicht nur das für ihn passende Bike, sondern auch den für ihn passenden Online-Shop mit dem passenden Vertriebs­system dahinter finden.

Wer keine Beratung braucht und fit genug ist, anhand der Geometriedaten eines Fahrrades abzuchecken, ob es ihm passt, der findet bei reinen Online-Händlern ein günstiges Angebot. Für diese Profis stellt der Aufbau kein Problem dar, da passendes Werkzeug sowieso schon im eigenen Fahrradkeller vorhanden ist. Diese Käufer wissen, was sie wollen und greifen daher häufig zu den Bikes der Direktversender.

Wer unsicher ist, welche Rahmengröße er benötigt oder beim Aufbau lieber einem Fachmann vertraut, der wird bei Online-Shops mit Filialen glücklich. Das ungestörte Einkaufserlebnis sonntagmorgens mit Schlafanzug am Frühstückstisch passt wunderbar zusammen mit dem Aufbau und dem Einstellen des Rades durch einen Mechaniker – wenn man es wünscht. Diese Menschen wissen es zu schätzen: Im Notfall habe ich immer vor Ort einen Ansprechpartner.

Das Richtige für Individualisten mit gehobenen Ansprüchen

Wer gehobene Ansprüche an sein Fahrrad stellt, nach eigenen Vorstellungen aufbauen und konfigurieren möchte, der findet selten etwas „von der Stange“ beim Händler. Für diesen Enthusiasten bietet der Online-Handel das, was Storck „Vertrieb 4.0“ nennt: Ein ausgewählter Stützpunkthändler kann den Käufer vermessen, wenn dieser es wünscht. Dann wird im Internet über einen ausgetüftelten Konfigurator das neue Fahrrad exakt so zusammengestellt, wie der Käufer es wünscht. Noch mehr Individualisierung geht nicht.

Und dann gibt es da die Mehrheit an Online-Käufern, die einfach nur ein neues Fahrrad zum günstigsten Preis suchen. Der nicht über Geometriedaten philosophieren will – aber eines ganz genau weiß: „Schön!“ muss das Rad sein. Und günstig. Auch dieser Laie darf heutzutage ohne Gefahr einkaufen. Die großzügigen Rückgabebedingungen sichern ihn ab vor einem Fehlkauf. Eine „Best Price Garantie“ entschädigt für den kleinen Aufwand, das Bike aus dem Karton zu ziehen, den Lenker gerade zu stellen, die Pedale anzuschrauben und den Sattel auszurichten.

PS: Übrigens ist der Online-Kauf des Fahrrades genau der richtige Moment, sich ein neues Multitool mit Drehmomentschlüssel extra für Fahrräder zuzulegen. Das findet man im selben Online-Shop mit einem Klick, gleich „um die Ecke“.

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Fahrrad online kaufen: Vorteile und Nachteile

Das Marktforschungsinstitut Forsa führte vom 22. bis zum 23. April 2015 eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Sparwelt.de durch, um die Einstellung zum Online-Kauf von Fahrrädern zu erforschen.

Die größten Vorteile des Online-Kaufs: Flexibilität, Preis und Komfort

  • Einkauf unabhängig von Öffnungszeiten
  • günstigere Preise
  • leichterer Vergleich verschiedener Händler
  • größere Auswahl
  • bessere Verfügbarkeit
  • ungestörtes Stöbern ohne Verkaufsdruck

Auffällig ist, dass der Druck durch den Verkäufer im stationären Handel insbesondere für Männer (81%; Frauen 73%) ein Grund ist, ihr Fahrrad online zu kaufen. Jeder Fünfte (22%) zwischen 14 und 49 Jahren hält eine Beratung im Internet für besser als im stationären Handel.

Die größten Bedenken gegen Online-Kauf: Fehlender Service vor Ort

  • keine Probefahrt möglich
  • kein Ansprechpartner vor Ort für Reparaturen und Reklamationen
  • keine persönliche Beratung
  • Qualität des Rades unsicher
  • Montage des Rades kostet Zeit
  • Montage des Rades ist kompliziert

Deutlich mehr Frauen (76%) als Männer (67%) würden die persönliche Beratung vermissen. Nur für jeden Vierten (27%) sprechen zu hohe Versandkosten gegen den Online-Fahrradkauf. Zu lange Lieferzeiten schrecken nur jeden Zehnten (11%) ab.


Fahrrad online kaufen: 3 Arten von Online-Shops

Online-Shops – das Prinzip „viel“

Bequemer geht’s nicht. Computer hochfahren, Online-Shop besuchen, aus einer schier endlosen Anzahl an Marken und Modellen ein Fahrrad aussuchen – und wenige Tage später rollt es heran. Häufig sogar kostenlos. Der reine Online-Shop ohne Filialen oder Stützpunkthändler ist etwas für alle, die es unkompliziert ­mögen – und trotz des verwirrend großen Angebotes genau wissen, was sie wollen. Den günstigsten Preis erkauft man sich mit weniger Service als im Handel – was unwichtiger wird, je sattelfester man ist. Wer also seine Schrittlänge kennt, Rahmengeometrien „lesen“ kann wie andere Leute die Tageszeitung und sowieso passionierter Schrauber ist – der ist im reinen Online-Shop genau in seinem Element. Und wer doch vorher eine Probefahrt machen will, der geht zu einem Online-Shop mit angeschlossener Filialkette.

Beispiele: brügelmann.de, boc24.de, fahrrad.de, fahrradgigant.de, fahrrad-xxl.de, fahrradlagerverkauf.com, lucky-bike.de, bike24.de, raddiscount.de, Bike-Discount.de

Direktversender – das Prinzip „wenig“

Individueller geht’s nicht. Aus der Kollektion eines Herstellers sich das ­passende Bike aus einer Anzahl von Varianten heraussuchen und es womöglich auch noch online mit Zubehör personalisieren – nachdem man sich umfassende Produkt­informationen online angelesen hat, oder sich von einem extra für diesen Hersteller geschulten Service-Mitarbeiter beraten hat lassen. Der Fahrer eines Rades von einem Direktversender ist ganz klar Individualist. Der sich ohne Zeitdruck sein Modell sucht und nicht an der Kasse warten möchte oder Zeit mit Parkplatzsuche verplempern will. Im Gegenzug gibt es ein unschlagbares Preis/Leistungsverhältnis und eine klare Markenidentität. Oftmals Image, manchmal sogar Kult. Wer „seiner Marke“ erstmal auf den Zahn fühlen möchte, kann das auf Hausmessen und Events.

Beispiele: Canyon, Radon, Rose, Poison, Cucuma

Händlergestützte Anbieter – das Prinzip „eins“

Perfekter geht’s nicht. Am Anfang steht beim Kunden meist nur die Idee eines Fahrrades. Eines ganz persönlichen „Traumbikes“. Ohne Kompromisse. Dann erfolgt die Auswahl eines geeigneten Partners, der einem dieses Rad optimaler­weise auf Maß schneidert oder zumindest maximal persönlich konfiguriert und eingestellt. Händlergestützte Onlineanbieter bieten daher einen sehr umfassen­den Service und großes Knowhow. Der Einkauf im Zusammenspiel aus Online-Konfigurator und persönlicher Betreuung in einem der wenigen Service-Stützpunkte ist weder unkomplizierter noch billiger als der Kauf beim Händler ums Eck. Da wird vermessen, Body-gescannt und im Vorfeld oft ein zeitintensives persönliches Beratungsgespräch geführt. Wer hier einkauft, will nicht die größte Auswahl oder das günstigste Rad. Sondern „das eine“ Fahrrad, das ihm schon lange vorschwebt.

Beispiele: Simplon, Storck, Patria, Maxx, Müsing


Fahrrad online kaufen: Gut zu wissen

Mit 80 Marken und knapp 4000 Modellen ist Fahrrad-XXL der größte Online-Shop, gefolgt von Fahrradgigant.de mit 70 Fahrradherstellern. Wer es übersichtlicher mag, ist mit Raddiscount.de oder Bike-Discount gut beraten.

Oft wird ab 100 Euro Bestellwert ein kostenloser Versand angeboten, wie etwa bei Bike24. Einen kostenlosen Versand für einige Artikel bietet Bike-Discount an. Der maximale Versandpreis lag bei 29,95 Euro.

Bei Boc24.de gibt es eine kostenlose Erstinspektion und Raddiscount.de stellt das Rad bereits individuell auf den Fahrer ein. Rose schickt beim Premium-Versand einen Mechaniker zum Käufer, um das Rad auf ihn einzustellen.


Rechtliches zum Online-Kauf von Fahrrädern

Der private Online-Käufer genießt besonderen Schutz. Ihm stehen bei Fernabsatzverträgen, die gemäß § 312b BGB ausschließlich per Internet oder auch Telefon abgeschlossen wurden, nach § 355 BGB ein Widerrufsrecht oder nach § 356 BGB ein Rückgaberecht zu. Der Verbraucher kann den Vertrag innerhalb von 2 Wochen ohne Angabe von Gründen widerrufen. Die Frist beginnt, wenn der Kunde über sein Widerrufsrecht belehrt wurde und die Ware erhalten hat. Manche Online-Shops erhöhen diese Frist freiwillig auf 30 Tage.

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