Dunkelheit und Radfahren: 10 Tipps für mehr Sicherheit
Sicher durch den Winter: 10 Tipps für die dunkle Jahreszeit
Dunkelheit und Radfahren: 10 Tipps für mehr Sicherheit
in Service
in Service
Tipp 1: Gutes Fahrradlicht
Ohne ein gutes Fahrradlicht geht es nicht. Wer noch eine alte Funzel am Rad hat, sollte jetzt die Gelegenheit nutzen, auf modernes LED-Licht zu setzen. Oder ein Zusatzlicht montieren. Gerade beim Thema Licht hat sich in den vergangenen Jahren viel getan: Es gibt ultrahelle Leuchten für vorn und hinten, dazu Scheinwerfer mit Fernlicht. Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung verlangt einen weiß leuchtenden Scheinwerfer inkl. Reflektor vorne und hinten einen roten Rückstrahler, ebenfalls plus Reflektor. Die Leuchten müssen ein amtliches Kennzeichen tragen und dürfen mit Dynamo, Akku oder Batterien betrieben werden. Beidseitige Reflektoren am Pedal und Reflexstreifen am Reifen oder alternativ „Katzenaugen“ in den Speichen sind ebenfalls Pflicht. Das ist das erforderliche Minimum, über eine Extra-Lampe vorne hat sich noch niemand beschwert. Außer sie ist schlecht eingestellt und blendet entgegenkommende Verkehrsteilnehmer. Also: Licht gut einstellen und regelmäßig auf seine Funktionsweise hin überprüfen. Ist der Akku geladen? Ist das Licht sauber? Geht auch das Rücklicht noch, das ich ja nicht selbst im Blick habe?
Tipp 2: Blinker fürs Rad
Mittlerweile erlaubt: Ein Blinklicht zur Richtungs-Anzeige ist seit Sommer 2024 für alle Fahrradarten zugelassen. Und es entfaltet gerade bei Dunkelheit seine Stärken, denn so können alle Verkehrsteilnehmer perfekt sehen, welche Richtung der Radfahrer gerade einschlagen will. Die Umrüstung auf ein Licht mit Blinker ist nicht banal, aber es gibt Lösungen und Alternativen. Mehr dazu hier!
Tipp 3: High Visibility fürs Rad
Während Fahrradlichter immer eine Energiequelle brauchen, gibt es zusätzliche Gadgets fürs Rad, die ohne auskommen. So wie beispielsweise reflektierende Sticker für den Fahrradrahmen oder für Fahrradanhänger und die teils dunklen Wannen von Lastenrädern (z. B. Set „Cubes“ von Reflective Berlin). Reflektierende Hülsen für die Speichen (z. B. die Sekuclips von Büchel) bieten 360°-Sichtbarkeit und machen schon von weitem klar: Hier kommt ein Fahrrad – genauso wie reflektierende Schutzbleche. Man sieht: High Visibility kann zum echten Design-Element am Rad werden.
Ausstattung und Kleidung für Radfahrer
Tipp 4: High-Visibility-Kleidung und -Accessoires
High-Visibility-Kleidung ist ein Streitthema unter uns Radfahrern. Klar, denn die größtmögliche Sicherheit würde eine gute Infrastruktur gewährleisten, und dann wäre eine Sicherheitsweste nicht mehr nötig. Solange die Situation auf den deutschen Straßen ist wie sie ist, sind helle und/oder reflektierende Kleidungsstücke aber sinnvoll. Das gibt es in Abstufungen: Von urbanen Styles mit dezenten Reflex-Elementen bis hin zur blinkenden Weste oder komplett reflektierenden Jacke. Besonders günstig ist die Warnweste aus dem Baumarkt, aber der Markt bietet spannende Alternativen. Es gibt Helme mit Rücklicht, reflektierende Handschuhe und Helmcover, dazu Fahrradkörbe mit LED-Streifen, High-Vis-Überzieher für Rucksäcke und, und, und.
Was viele nicht wissen: Während am Rad kein blinkendes Licht erlaubt ist, dürfen die Kleidung, der Helm und auch Accessoires durchaus leuchten wie ein Weihnachtsbaum. Hier gibt es keine Einschränkungen. Allerdings ist umstritten, ob hier viel wirklich viel hilft. Und es hängt beispielsweise auch vom Umfeld ab, wie stark Zusatzbeleuchtung am Körper den Unterschied macht, auf freier Strecke sicher mehr als in einer beleuchteten Innenstadt. Grundsätzlich sorgt aber helle und reflektierende Kleidung für mehr Sichtbarkeit und das kann immer einen Unterschied im Bezug auf die Sicherheit machen. Studien haben gezeigt, dass es besonders gut ist, wenn man auch schon von weitem als Radfahrer wahrgenommen wird.

Es ist sinnvoll, bei Dunkelheit auf High-Visibility-Produkte zu setzen.
Tipp 5: Auf pannensichere Reifen setzen
Bei guten Lichtbedingungen sieht man oft noch rechtzeitig, wenn Scherben auf dem Weg liegen. Ist es jedoch dunkel, geht es ganz schnell: Man fährt durch die Scherben und riskiert einen Platten. Den wiederum bei kompletter Dunkelheit zu beheben – das kann sehr ätzend sein. Bestmöglichst vorgebeugt wird dem mit gutem Licht, vorausschauender Fahrweise und pannensicheren („unplattbaren“) Reifen. Die sind verstärkt und auch dank spezieller Gummimischung besonders robust. TPU-Fahrradschläuche sind bei geringem Gewicht ebenfalls extrem strapazierfähig. Zur Pannenvermeidung gehört aber auch, immer ausreichend Luft im Schlauch zu haben und abgefahrene Reifen zeitnah zu ersetzen. Eine Alternative ist das Tubeless-System, bei dem Dichtmilch im Reifen kleine Löcher und Risse direkt verschließt und so eine Panne unmittelbar verhindert.
Tipp 6: Die richtige Streckenwahl
Raus aus den dunklen Gassen: Sicherheit bieten gut beleuchtete Strecken, bei denen wir und die anderen Verkehrsteilnehmer beste Sicht haben. Zudem machen Reflektoren und fluoreszierende Elemente im Gegensatz zu Neonfarben ja tatsächlich nur dann sichtbar, wenn sie angeleuchtet werden. So empfiehlt es sich teilweise, auf dem Heimweg mal die längere, aber beleuchtete Strecke statt der düsteren Abkürzung zu wählen. So verhindert man nicht nur Unfälle mit anderen Verkehrsteilnehmern, sondern auch das Übersehen oder Zu-Spät-Sehen von Schlaglöchern, Pfützen und Scherben. Genauso wie beim sportlichen Fahren offroad sind unbekannte Abschnitte bei Dunkelheit tricky. Wer hier stürzt, wird nicht gleich gefunden.
Radfahren bei Dunkelheit: Rücksicht nehmen ist Pflicht!
Tipp 7: Defensives Fahren
Abstand halten war nicht nur zur Hochsaison von Covid-19 sinnvoll. Bei Dunkelheit ist unsere Sicht stark eingeschränkt und wir sehen Hindernisse sowie andere Verkehrsteilnehmer erst spät. Obwohl der Bremsweg natürlich theoretisch gleich lang ist wie bei Helligkeit, wird er dann oft einen Moment zu spät eingeläutet. Eine angepasste Geschwindigkeit ist also vonnöten. Defensiv zu fahren, bedeutet auch, ausreichend Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern einzuhalten. Zur Achtsamkeit gehört zudem, auf Kopfhörer zu verzichten, das Klingeln des Handys zu ignorieren und sich komplett aufs Fahren zu konzentrieren. Herausfordernd sind unübersichtliche Situationen mit parkenden Autos an der Seite oder an schlecht einsehbaren Kreuzungen. Hat dann ein Autofahrer zum Beispiel noch eine verschmutzte oder nasse Frontscheibe, kann er sogar einen gut beleuchteten Radfahrer schlecht sehen. Hier ist zum eigenen Schutz mit Fehlern von anderen zu rechnen. Auch mal eine Vorfahrt gewähren, die eigentlich uns zustünde, bricht uns keinen Zacken aus der Krone, sondern kann Unfälle verhindern. Der Klügere gibt eben doch nach.
Tipp 8: Auf Tiere Rücksicht nehmen
Am Waldrand entlang oder sogar mitten durch? Ein gutes Licht nimmt dem Radfahrer Angst vor dunklen Abschnitten. Doch der Wald ist bewohnt und solche „Besuche“ schaden einigen Wildtieren. Im Idealfall meidet man daher den Wald zwischen Sonnenunter- und -aufgang komplett. Wege, die als Ruhezonen für Tiere definiert sind, sollten sowieso auf keinen Fall befahren werden. Auch Fahrten bei Dunkelheit abseits des Waldes sind grundsätzlich nur vertretbar mit möglichst großer Rücksicht auf Tiere. Das heißt: Auf den offiziellen Wegen bleiben und mit mäßiger Geschwindigkeit unterwegs sein. Immer in Alarmbereitschaft sein und spontan abbremsen können. Das gilt auch im städtischen Kontext. Wer in Parks oder an Flussufern unterwegs ist, kann jederzeit Hunde oder teilweise auch Pferde antreffen. Und die meisten Tiere können sehr erschrecken, taucht man unangekündigt aus dem Dunkeln auf. Sieht man vor sich ein Tier, ist es also immer sinnvoll, die Geschwindigkeit zu reduzieren, zu klingeln oder durch ein Rufen auf sich aufmerksam zu machen. Das gilt übrigens nicht nur bei der Begegnung mit Tieren im Dunkeln, sondern auch mit Menschen.
Tipp 9: Beleuchteten Stellplatz wählen
Dunkelheit kann auch eine Einladung zu kriminellen Handlungen sein. Wer sein Fahrrad an schlecht beleuchteten Plätzen und quasi im Verborgenen parkt, riskiert einen Diebstahl oder Vandalismus. Also nach Möglichkeit immer einen gut einsehbaren und beleuchteten Stellplatz wählen. Das ist besonders bei längeren Parkzeiten wichtig. Oft sind Straßenlaternen ideal, weil man das Rad dort auch direkt anschließen kann. Für Nutzer von breiten Fahrradtypen wie Cargobikes oder Trikes relevant: Wer sein Fahrrad längs am rechten Straßenrand parken will (was erlaubt ist, wenn es platzsparend erfolgt), muss ebenfalls für Sichtbarkeit sorgen. Das besagt sogar die Straßenverkehrs-Ordnung. Ist also kein externes Licht wie eine Straßenlaterne vorhanden, muss zumindest eine reflektierende Warntafel befestigt werden. Noch besser: Standlicht.
Tipp 10: Sonne tanken, wann immer möglich
Viele Menschen kennen den Winterblues oder eine Art Wintermüdigkeit. Sie geht unter anderem auch auf die viele Dunkelheit zurück. Unser Problem im Winter-Alltag: Wir verlassen morgens bei Dunkelheit das Haus, sind während der Arbeit im inneren eines Büros oder einer Fabrik und kehren bei Dunkelheit nach Hause zurück. Das heißt, wir kommen an Werktagen mit Sonne kaum in Kontakt. Tageslicht ist aber enorm wichtig für uns: Wir beugen negativen Stimmungen vor und tanken Vitamin D. Rund 70 Prozent der Deutschen weisen im Winter einen Vitamin-D-Mangel auf, das schwächt unter anderem unser Immunsystem. Auch deshalb sollte man raus ins Tageslicht, wann immer möglich. Wer seine Arbeitszeiten dem anpassen kann, auf jeden Fall machen! Ansonsten bleiben nur die kleinen Tricks, zum Beispiel die Mittagspause für eine Ausfahrt mit dem Rad oder einen Spaziergang nutzen. Übrigens: Der positive Effekt erfolgt auch an trüben, nebligen Tagen ohne direktes Sonnenlicht. Schaffen Sie sich Outdoor-Momente!
