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Corona und Radfahren – Infos zu Gesundheit, Events, Werkstätten

Corona - was bedeutet die Krise für Radfahrer?

Corona und Radfahren – Infos zu Gesundheit, Events, Werkstätten

Die Corona-Krise hält die Welt in Atem und stellt derzeit alles auf den Kopf. Wie kann man sich beim Radfahren vor dem Virus schützen? Welche Services für Radfahrer gibts weiterhin und welche Events finden statt? Hier gibts das Update.
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Corona: Kaum ein anderes Thema wird derzeit diskutiert, in den Medien behandelt, von Poltikern angesprochen. Und die Krise wirkt sich auch auf die Mobilität aus. Plötzlich werden Autospuren für Radfahrer freigemacht (Berlin), 30-minütige Fahrten auf Leihfahrrädern auch mehrfach am Tag kostenlos angeboten (ebenfalls Berlin) und Gesundheitsminister Jens Spahn empfiehlt das erste Mal explizit das Radfahren.

Radfahren wird empfohlen

In der Krise werden also die Vorzüge des Radfahrens deutlich: Es ist gesund, hält uns in Bewegung und gleichzeitig fern von Menschenmengen, stärkt das Immunsystem und die Lunge. Von diesem doppelten bzw. dreifachen Schutz wird derzeit viel berichtet, auch Virologen bestätigen dies. Wer also zur Arbeit fahren muss, sollte – sofern möglich – auf Bus und Bahn verzichten und möglichst viel das Fahrrad nutzen (hier unsere Tipps für Radpendler!). Und wer von zuhause arbeitet, kann das Fahrrad als Ausgleich nutzen, um Bewegungsmangel und Lagerkoller vorzubeugen. Das ist wichtig für den Körper und die Psyche.

Je nach Bundesland darf man jedoch nur alleine Radfahren gehen, mit einer anderen Person aus dem Haushalt oder einer zusätzlichen Person. Hier gilt es, die Regelungen im eigenen Bundesland zu beachten.

Wie kann man sich beim Radfahren vor Corona schützen?

Doch muss man sich beim Radfahren auch besonders schützen? Eigentlich ist man kaum dem Risiko ausgesetzt, sich an Corona zu infizieren, während man auf dem Fahrrad sitzt. Den Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern hält man quasi automatisch ein, gerade bei den oft schmalen Radwegen. Aber auch bei Kreuzungen und sonstigen Stopps ist der 1,5-Meter-Abstand empfohlen.

Problematisch könnten beispielsweise Ampeln sein, an denen man sich gewohnheitsmäßig festhält oder den Anforderungstaster betätigt. Ein Stopp mit Absteigen ist dann empfehlenswerter, oft kann man außerdem mit Ellbogen den Taster drücken. Wer Handschuhe trägt, kann diese ebenfalls nutzen. Nur wichtig: Auch wer mit Handschuhen alles mögliche berührt, sollte sich auf keinen Fall zwischendurch ins Gesicht fassen. Idealerweise kommen die Handschuhe im Anschluss in die Waschmaschine und nach jeder Fahrt sollte man sich gründlich die Hände waschen.

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Fahrradläden und Shops

Was tun bei einer Panne oder wenn man genau jetzt ein neues Fahrrad braucht? Vier Wochen lang galt in jedem Bundesland eine andere Regelung, was die Öffnung der Fahrradgeschäfte angeht, teilweise war nur der Betrieb von Werkstätten erlaubt. Am 14. April einigte sich die Bundesregierung auf eine Lockerung: Ab 20. April darf der Fahrrad-Fachhandel wieder ganz regulär öffnen. In Bayern gibts eine leicht zeitversetzte Lockerung der Maßnahmen, hier öffnen die Fahrradhändler eine Woche später, nämlich am 27. April 2020.

Rad-Blogger Marcel Gabor informiert auf seiner Seite ebikeers.de ebenfalls über die aktuelle Situation zur Öffnung von Radshops und -werkstätten. Dort finden Sie regelmäßige Updates zur Situation.

Events – welche finden statt, welche fallen aus?

Das Corona-Virus würfelt derzeit auch den Fahrrad-Terminkalender gehörig durcheinander. Täglich gibt es neue Absagen und Verschiebungen. Einige Tagungen und Messen sollen aber regulär stattfinden. Ein Überblick – derzeit leider ohne Gewähr!

  • Die Velo Berlin, die zum zehnten Mal stattfinden sollte, ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt.
  • Schon seit 25 Jahren gibt es die Spezialradmesse in Germersheim. Die legendäre Show um Liegeräder, Cargobikes und muss ebenfalls ausfallen, doch ab 25. April lässt sich ein Teil der Spezialrad-Leidenschaft auch online erleben: Unter www.spezialradmesse.de gibts eine Art virtuelle Messe mit zahlreichen Fotos und Videos, ein umfangreiches Vortragsprogramm sowie einen Shop für diverse Fan-Artikel.
  • Auf der Velo Hamburg kommen alle Hansestädter in den Genuss des Velo-Festival-Feelings. Der Termin fällt ebenfalls aus.
  • Die E-Bike Days München, die üblicherweise im Mai stattfinden, werden dieses Jahr vom 10. bis 12. Juli ausgerichtet.
  • Der vivavelo-Kongress, einer der wichtigsten Branchentreffen in Deutschland und Europa, wird wegen der Corona-Pandemie verlegt. Noch ist nicht klar, wann das eigentlich für April vorgesehene Event nachgeholt wird.
  • Die Mecklenburger Seenrunde, ebenfalls geplant für Mitte Mai, ist für dieses Jahr abgesagt worden.
  • Vom 2. bis 5. Juni sollte sich bei der Velo-City in Ljubljana alles um das Fahrrad in der zukünftigen städtischen Verkehrsinfrastruktur drehen. Der Kongress ist jetzt auf das Datum 15.-18. September verschoben worden.
  • Die Velo Frankfurt, geplant für 20. und 21. Juni 2020, wird ebenfalls nicht stattfinden. Stattdessen ist eine crossmediale Velo Frankfurt Week geplant – Updates dazu in Kürze.
  • Verschoben ist auch die große Leitmesse Eurobike in Friedrichshafen. Sie findet statt ursprünglich im September nun vom 24. bis 26. November 2020 statt – und zwar ohne den üblichen Publikumstag. Das heißt, sie wird nur für Fachbesucher der Fahrradbranche veranstaltet.
  • Dafür ist die für den Zeitraum 28. Juni – 1. Juli 2020 geplante Outdoor by ISPO in München bereits abgesagt worden, einen neuen Termin gibt es erst wieder im nächsten Jahr.
  • Ganz neu: Auch die Tour de France ist verschoben worden, sie findet nun vom 29. August bis 20. September 2020 statt.

Fahrradbranche: Krise als Chance

Der Pressedienst Fahrrad hat Branchenvertreter zur aktuellen Lage befragt. Lothar Schiffner vom Ergonomie-Experten Ergon sei demnach überzeugt, dass die Radbranche gestärkt aus der aktuellen Situation hervorgehen werde. Unter anderem, weil sich nun viele Menschen dem Radfahren als vollwertiges Verkehrsmittel annähern würden. So sieht es laut pd-f auch Markus Krill vom Radanhänger-Spezialisten Croozer: „Sie (die Menschen, Red.) erkennen, dass sie mit dem Fahrrad auch Einkaufen fahren können. Die aktuelle Situation ist deshalb eine Chance.“

Stefan Stiener, Geschäftsführer des Radherstellers Velotraum, erkenne die Möglichkeit, selbst Kommunen im ländlichen Raum vom Radwegebau zu überzeugen. Dafür brauche es aber nach Corona das Verständnis, das Radfahren nicht nur zu Krisenzeiten gut ist. Alexander Kraft vom Liegerad-Spezialisten HP Velotechnik setzt voll auf das Fahrrad. Zumal sich gerade zeige, dass der ÖPNV nicht immer als Auto-Ersatz funktioniere. Die Verkehrsströme müssten komplett neu gedacht werden. Das Fahrrad spiele da eine zentrale Rolle.

So kommen Sie an die Neuheiten

Messen und Events werden abgesagt, der direkte Draht zum Endverbraucher ist deshalb und wegen der geschlossenen Fahrradläden nicht so einfach möglich. Fachmagazine wie aktiv Radfahren und ElektroRad können diese Lücke schließen. Sie liefern verlässlich und lesenswert aufbereitet alle Informationen zu den Neuheiten der Branche. Außerdem: Lesegeschichten rund ums Fahrrad, spannende Reportagen und vieles mehr. Reinlesen lohnt sich!

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