Limburg: Radreisen in Flandern
Limburg: Flanderns grünes Radparadies
Limburg: Radreisen in Flandern
in Reise
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Bevor wir uns der Aura Limburgs nähern, ein paar flandrische Fakten: Landessprache ist Flämisch, dem Niederländischen sehr ähnlich. Flamen heißen die Bewohner Flanderns, Fahrradfahren heißt fietsen und das Fahrrad ist de fiets. Guten Tag (Goede middag) und danke (Bedankt) hört man sehr oft, wie auch bitte (Alsjeblieft). Die Flamen sind aufgeschlossen, sehr höflich und öffnen sich beim respektvollen Austausch. So ist es mir eine große Freude, dass mich am ersten Tag meiner Entdeckungstour der Flandrische Projektkoordinator für Radwegenetz und Radreisen, Johan Vanswijgenhoven, begleitet und mir Land und Leute näher bringt.
Durch den See auf die Bäume
Ausgangspunkt der dreitägigen Tour ist die Provinzhauptstadt Hasselt mit ihrer schönen Altstadt und den vielzähligen romantischen Kneipen sowie dem modernen Hafenviertel. Zum Besuch des Hasselter Modemuseums fehlt leider die Zeit, hole ich aber bestimmt nach. Versprochen! Johan holt mich um 9 Uhr am Hotel ab und bereits nach wenigen Minuten ist klar, hier radeln zwei ausgewiesene Radsportkenner.
Johan lotst mich sogleich zu einer der Attraktionen Limburgs: die Wasserlandschaft von De Wijers. Unmittelbar auf Augenhöhe spiegelt sich das Wasser am Rand der Mauer, während ich mit dem Rad über den tiefer liegenden Weg „durch“ den See radle. Die Fahrt quasi durchs Wasser inmitten der Seenlandschaft De Wijers bei Bokrijk ist einmalig: Vom Ufer aus senkt sich das Niveau des 212 Meter langen Weges langsam unter die Wasseroberfläche und man „taucht“ mit dem Fahrrad förmlich in den See hinein – ohne nass zu werden. Das Wasser lässt sich mit den Fingerspitzen berühren. Ein unbeschreibliches Gefühl – mein Blick wandert über die leicht kräuselnde Wasseroberfläche zum alten Kloster, auf beiden Seehälften erspähe ich emsige Wasservögel umrahmt vom frühlingssatten Grün des Waldes. Ich nutze die Gelegenheit und pedaliere mehrfach durch den See – Gänsehaut pur!
Johan fährt derweil bedächtig neben mir her. An der Entwicklung dieses einzigartigen Wasserprojektes vor mehr als zehn Jahren war er maßgeblich beteiligt. Die Faszination ist ihm immer noch anzumerken und er freut sich, mir Details erläutern zu können. Eine Attraktion für Radfahrer und Fußgänger in Limburg, eingebettet und im Einklang mit der Natur. Die Wasserschneise gleicht durch ein cleveres Röhrensystem die unterschiedlichen Niveaus der beiden Becken aus. Zudem hält sich der See durch stetige Wasserzirkulation mit den umliegenden Gewässern sauber. Naturschutz zum Sehen und Anfassen.
Das strahlende Grün der Wälder, die wir auf dem weiteren Weg durchqueren, leuchtet trotz des bedeckten Himmels und verleiht der Tour einen herrlich erfrischenden Rahmen.
Nach wenigen Kilometern offenbart sich Kulturhistorie und Kunst: Neben der geschichtsträchtigen Abtei Herkenrode konstruierten die Architekten Arnout Van Vaerenbergh und Pieterjan Gijs die „Durchblickskirche“: eine Kirche als Stahlhülle in den originalen Maßen der abgerissenen Abteikirche; der Besucher möge den Raum auf sich wirken lassen. Und der Anblick wirkt! Der Besuch des klösterlichen Kräutergartens mit 450 verschiedenen Kräutern ist ein Highlight nicht nur für Botaniker.

Die Fahrradbrücke durch die Baumkronen: Der Doppelkreisel im Wald von Hechtel-Eksel bleibt im Kopf
Zolder: Motor- & Radsport zum Anfassen
Wir radeln weiter ganz entspannt entlang des Albert-Kanals und erreichen eine Motorsportfans bekannte Arena: das Circuit Zolder Motodrom, zwischen 1973 und 1984 zehnmal Austragungsort des Großen Formel-1-Preises von Belgien. 1969 und 2002 blickte die Radsportwelt zweimal nach Zolder – wegen der Straßen-Weltmeisterschaften: 1969 verzettelte sich Topstar Eddy Merckx – der Niederländer Harm Ottenbros gewann; 2002 siegte der schöne Italiener Mario Cipollini.
Im Juni 2023 eröffnete das Velodrom Limburg. Auf der nagelneuen 250-Meter-Radrennbahn aus sibirischem Fichtenholz finden in diesem Jahr u. a. die Bahnradweltmeisterschaften der Junioren statt. Tipp: Sowohl das Motodrom als auch das nagelneue Velodrom bieten Neugierigen die Möglichkeit, Rennluft des Circuits zu schnuppern oder Bahnradfahren auf dem Holzoval selbst zu erleben. Beides lohnt sich sehr!
Flanderns Geschichte: Kohlebergbau
Gegen Mittag erreichen wir die ehemalige Kohlenzeche be-MINE. Belgiens Bergbau war einst die Wiege der europäischen Industrialisierung, verhalf der Region zur Blüte und verschaffte der heimischen, bäuerlichen Bevölkerung ab dem beginnenden 18. Jahrhundert Arbeit, wenn auch nicht immer einfache. be-MINE ist eines der vielen Bergbau-Denkmäler, das die entbehrungsreiche Epoche Belgiens in Erinnerung ruft und darüber hinaus heute als Kultur- und Sportzentrum breiten Zuspruch findet. Der Haldenberg wurde zu einem Erlebniszentrum mit Kletter- und Bikepark umgebaut, selbst unter der Woche außerhalb der Ferienzeit ist der Park gut frequentiert. Die Zeche wird als grüne Oase umstrukturiert, noch stehen Zeitzeugen wie Loren und Gerätschaften in der ehemaligen Halle herum.
Das im Komplex eingebettete Bistro wird von ehemaligen Arbeitern der Zeche betrieben. Johan und ich stärken uns auf typisch belgische Art: Frieten mit Worst. „Sportlernahrung“, grinst Johann; dennoch: Es mundet lecker! Erfunden wurden die Pommes Frites tatsächlich von belgischen Fischern, die die spitzen Stäbchen als Fischersatz ausbrieten, sobald die Maas zugefroren und nicht befischbar war. Fritten sind hier eine Art Grundnahrungsmittel. Bistros bieten oft drei verschiedene Größen an: S für den kleinen Hunger zwischendurch, M am Mittag und L für Ausgehungerte. Wir haben noch ein paar Kilometer vor uns und gönnen uns L.
Radfahren durch die Baumkronen
Frisch gestärkt pedalieren wir weiter auf der Kempenroute und mitten im Wald von Hechtel-Eksel wartet im wahrsten Sinn des Wortes das nächste Rad-Highlight: der Weg geht in einen Steg über, der sich sukzessive kreisförmig in die Höhe schraubt. Am höchsten Punkt, mitten in den Baumkronen, senkt sich der Wipfelpfad und erreicht nach dem zweiten Kreisel wieder den Boden. Frei wie ein sich in die Lüfte schwingender Vogel fühlt man sich beim Erklimmen des ersten Kreisels, der dann durch den zweiten Kreis im Sinkflug langsam hinab gleitet: Eine andere, neuartige Dimension des Radfahrens. Tolle Idee!
Lommel: Unrühmliche Vergangenheit
Nach derlei beeindruckenden Erlebnissen holt uns auf der Kempenroute die grausame Vergangenheit menschlicher Abgründe ein: wir fahren am Soldatenfriedhof Lommel vorbei. Knapp 40.000 deutsche Soldaten fanden hier ihre letzte Ruhe. Gedenken und Mahnmal zugleich. „Nie wieder Krieg“, darüber sind wir, Johan und ich, uns einig.
Doch die Geschichte lässt uns auch auf dem Weg über Leopoldsburg nicht los: diese limburgische Stadt nahm im 2. Weltkrieg 1944 eine wichtige strategische Bedeutung ein und läutete in Europa die Wende gegen Hitler-Deutschland ein. Das Museum Liberation Garden erzählt die bittere Geschichte der Kriegszustände hautnah. Die folgenden, kilometerlangen, herrlich grünen Alleen bringen uns auf andere Gedanken und wir genießen die letzten Kilometer des Tages. Bis zur kleinen, aber feinen Unterkunft in Pelt, dem Hotel de Boskar.
Heide, Dünen, Naturreservate
Nachdem ich am Vortag mit Johan einen einheimischen Limburger und Radwegexperten an meiner Seite hatte, lasse ich mich am heutigen Tage vom Radcomputer navigieren. Etwas mehr als 100 km mit vielen Sehenswürdigkeiten stehen auch heute im Roadbook. Der Regen begleitet mich leider von Beginn an, die ersten Kilometer lege ich schnurgeradeaus durch die Heidelandschaften Resterheide und Molenheide zurück, die gerade jetzt im Frühling im satten Grün stehen und trotz des Regens mit bunter Natur wuchern. Nach Helchteren fahre ich direkt ins flandrische Naturreservat Mangelbeekvallei ein und schlagartig wird aus der grünen Heidelandschaft eine hügelige Dünenlandschaft mit ganz viel Sand.
Vom Hauptradweg aus sieht man ein Netz an Radtrails rechts und links neben dem Weg, ein wahres Eldorado für Mountain- und Gravelbiker, aber auch ein ideales Trainingsrevier für Belgiens „Wintersport“: Radquerfeldeinfahren. Ein Besuch bei einem der zahlreichen Cyclocross-Rennen hier in der Region wird mit großartigem Spitzensport und einmaliger Atmosphäre belohnt.
Natürlich juckt es in den Beinen, einen kurzen Abstecher mit meinem Gravelbike durch die Dünenlandschaft zu machen. Jedoch ist mein Rucksack relativ schwer und lässt mich die Ruhe und Abgeschiedenheit des Mangelbeekvallei auf dem schnurgeraden Radweg genießen.
Wer jetzt denkt, ich rolle nur über Feld-, Wald- und Wiesenwege, irrt gewaltig: Auf meiner insgesamt mehr als 300 km umfassenden Dreitages-Tour musste ich nur wenige Meter (nicht km!) über unbefestigte Wege radeln! Asphaltierte, gut ausgebaute Radwege wechseln sich mit Betonplattenwegen ab. Kopfsteinpflaster gibt es überwiegend in Flanderns Norden, hier in der Provinz Limburg sind die Radwege allesamt hervorragend ausgebaut und man genießt als Radfahrer sogar oft Vorfahrt vor dem automobilen Verkehr.
Radwegenetz in Limburg: Rad-Eldorado
Das Limburger Radwegenetz umfasst mehr als 2000 Kilometer, durchnummeriert von einem Knotenpunkt zum nächsten. Wer sich mit dem Fahrrad der Natur und der Schönheit der Limburger Provinz vollkommen hingeben mag und das Handy zuhause lässt, kann seine Tour mithilfe der Routennummern planen und anhand derer analog navigieren. Das funktioniert, setzt aber eine Vorplanung der Route voraus. Diese kann im Routenplaner unter visitlimburg.be/de/radroutenplaner detailliert ausgearbeitet werden.
Etwas einfacher funktioniert es online: der Visit-Limburg-Routenplaner ermöglicht ebenso die digitale Zusammenstellung der Route über die Knotenpunkte inklusive Einkehrmöglichkeiten und Sehenswertem. Die individuelle Route lässt sich dann als GPX-Datei runterladen und aufs Navi einspeisen.
Darüber hinaus hat der Tourismusverband und seine profunden Fahrradkenner unter der Leitung von Johan 30 spannende Routen in unterschiedlichen Längen vorkonfiguriert, da ist für jeden was dabei!
Zusätzlich zu den Inspirationsradwegen der Limburger Provinz stellten die Flamen neue flandrische Ikonen-Radwege zusammen, die unter radfahreninflandern.com studiert werden können und als GPX-Download verfügbar sind.
Die Webseite visitlimburg.be sowie die oben genannte Flandern-Website der Ikonen-Radwege sind sehr übersichtlich und extra nutzerfreundlich gestaltet und nicht mit Details überfrachtet. Die Planung sowie der Download der einzelnen Routen gelingt leicht.
Industrie, Natur & Wasser
Meine Route führt mich weiter nach Osten, unter anderem zu den Bergbau-Minen rund um Genk. In der Industriestadt erwartet mich viel Verkehr und geschäftiges Treiben, obwohl ich die Stadt eigentlich nur auf dem Radweg streife. Zufällig fahre ich am großen Genker Sportpark vorbei und tangiere im weiteren Verlauf die Industriekulturstätte C-Mine. Ein Besuch unter Tage ist ein beeindruckendes Erlebnis und lässt die Geschichte des Bergbaus und die harten Bedingungen im Kohleabbau hautnah erleben.
Unweit meiner Tour sehe ich die Cegeka Arena, das Stadion des Fußballclubs KRC Genk, aktuell ein Topteam der belgischen ersten Fußballliga. Im interaktiven Parcours lebt die Welt des Fußballs mit digitalen Features. Die Verbindung zwischen Kohlebergbau und Fußball diente den Bergmännern als Ausgleich zur schweren Arbeit und förderte Teamgeist und Zusammenhalt.
Nun geht’s raus aus der Stadt: Im Nationalpark Hoge Kempen radele ich an der Sanddüne Klaverberg vorbei, die von den daneben liegenden Schüttbergen der ehemaligen Zeche Waterscheit umrahmt wird. Weiter geht’s grob in Richtung Brüssel: der Radweg führt über eine imposante Rad-Brücke über die Autobahn E 314. Nach einigen weiteren Kilometern durch das grüne Limburg rolle ich entlang der Maas mit ihrer ganz besonderen Schönheit und auf dem Damm von kleinen Seitenarmen bis nach Lanaken zu meiner heutigen Unterkunft, dem Jocomo Park. Bin gespannt, wie viel Camping beim Glamping noch enthalten ist. Es wird eine ganz besondere Übernachtung zum Weiterempfehlen.
Wegen des Regens bin ich an einem Highlight leider vorbeigeschrammt, möchte dies aber unbedingt ans Herz legen: der schwimmende Radweg über den See von Terhills. Die beeindruckende, geschwungene Pontonbrücke ist Teil des Limburger Radwegenetzes und bietet Radfahrern und Wanderern ein unvergleichliches Naturerlebnis.
Hügel, Geschichte und Obst
Endlich Sonne! Nach zwei regnerischen Tagen im überwiegend flachen Teil Limburgs bringt der heutige Tag auch topografische Abwechslung: die Berg- und Tal-Route. Nach wenigen Kilometern lotst mich das Navi an den sonnendurchfluteten Albertkanal, an dessen Flanken auf beiden Flussseiten sich moderate Hügel erheben. Ich befinde mich südwestlich von Maastricht. Nach einigen Kilometern zwischen Wasser rechts und bewaldeten Hügeln links guided mit das Navi erneut bergauf zum Schloss Neercanne am Rande des ehemaligen Tagebaus Sint Pietersberg und Jekerdal, inzwischen ein Naturschutzgebiet mit wunderschönen Seen. Unmittelbar danach geht es im Schuss hinunter in die malerisch am Maasufer gelegene Kleinstadt Kanne und ich freue mich über einige weitere flache Kilometer entlang der ruhigen Maas. Doch zu früh gefreut, anstatt dessen erwartet mich ein anderer Leckerbissen: Plötzlich schickt mich der Radcomputer auf die steilen Serpentinen hinauf zum Slingerberg. Nach der Kletterpartie mit neun Kehren genieße ich den schönen Ausblick hinunter ins Maastal. Weiter geht es nach Riemst, dann folgt Tongeren, die älteste Stadt Belgiens.
Die Innenstadt ist sehr belebt, es ist Markttag und zwischen Bekleidung, kulinarischen Spezialitäten und etwas Schnickschnack entdecke ich zwei Perlen der alten Stadt: Die Kathedrale Onze-Lieve-Vrouwebasiliek sowie die Statue des Ambiorix. Der Eburonenkönig Ambiorix leistete einst den Römern heftigen Widerstand und schlug sie in der legendären Schlacht bei Atuatuca, dem heutigen Tongeren. Ambiorix galt einst als der gefährlichste Gegner Roms und wurde nie gefasst, so die Geschichtsschreiber. Ein Stopp in Belgiens ältester Stadt belohnt nicht nur mit Historie, auch die kleinen Gassen und die vielen schmucken Häuser sind einen Extrablick wert.
Weiter führt mich meine Tour durch die in voller Blüte stehenden Obstgärten nach Tongeren-Borgloon. In der ehemaligen Fabrik für Obstverwertung wird heute wieder der berühmte Sirup traditionell hergestellt. In der Smaakfabriek lasse ich mich beim Mittagessen von der Empfehlung des Kellners überzeugen: Frieten, Buletten und Pankoocken mit Sirup, der Dauerbrenner des Bistros. Lecker, genau mein Ding! Mit gut gefülltem Bauch folge ich der alten Bahntrasse 23 nach Sint-Truiden und gelange schließlich zur „Fliegenden Kirche“. Sie ist eine faszinierende Kunstinstallation in Sint-Truiden und wurde vom belgischen Künstler Frits Jeuris entworfen und scheint optisch über der Landschaft zu schweben.
Tief beeindruckt rolle ich zurück nach Hasselt, lasse die drei intensiven Tage Revue passieren und den Abend bei feinem Essen und belgischem Bier ausklingen.
Radfahren in Flandern
Die umfassend wie übersichtlich aufbereitete Tourismus-Website visitflanders.com erläutert und skizziert die schönsten Radtouren durch die flämische Region. Die neun ikonischen Fahrradrouten verbinden die schönsten Teile Flanders. Die Touren mit Längen von 63 (Maasroute) bis zu 962 km (Flandernroute) haben jeweils ihren eigenen Charakter. Natürlich kann man die Routen untereinander kombinieren oder Teilstücke fahren (wie es auch bei meiner Route der Fall war).
Die Radwege sind zur individuellen Routenführung stets in zwei Richtungen ausgeschildert. Auf der Website radfahreninflandern.com sind die Ikonenrouten ausführlich beschrieben. Ein Download-Link ermöglicht das Herunterladen der einzelnen Routen als GPX-Datei zur Navigation mit Smartphone oder Radcomputer.
Eine der neun Ikonenrouten ist die Kempenroute durch Wälder, Heidelandschaften, Dünen und Seen, mit 213 km eine mehr als abwechslungsreiche Tour.
Der 96 km lange Abschnitt der Kempenroute zwischen Antwerpen und Mol ist besonders: Er ist nicht nur fast vollständig flach, sondern auch barrierefrei und ideal für weniger mobile Fahrradfahrer. Die Wege sind ausreichend breit für Fahrräder mit Sonderabmessungen, Lastenfahrräder oder Fahrräder mit einem Fahrradanhänger. Viele Infos wie barrierefreie Unterkünfte, Restaurants, Sehenswürdigkeiten, Picknickplätze, sanitäre Einrichtungen und Fahrradverleih beinhaltet die Website radfahreninflandern.com/barrierefreie-kempenroute. Unterwegs folgt man einfach der Beschilderung „Kempenroute“.
Infos
Provinz Limburg
Limburg ist die östlichste Provinz der Region Flandern, Hauptstadt ist Hasselt. Gesprochen wird Flämisch. Mit Englisch und Französisch kommt man gut durch. Auch Deutsch verstehen einige. visitlimburg.be/de
Erreichbarkeit: Ab Köln ist Hasselt in ca. zwei Stunden mit dem Auto erreichbar; die Bahn benötigt fahrplanmäßig über Aachen rund vier Stunden, Radmitnahme möglich. Der ICE ab Köln verfügt über mehrere Fahrradplätze, auch die belgische Bahn befördert problemlos Fahrräder.
Radfahren
Belgier fahren viel Rad und nutzen das riesige Radwegenetz häufig zum Pendeln und für Besorgungen. Straßen befährt man selten mit dem Rad. Autofahrer nehmen viel Rücksicht, oft hat der Radverkehr Vorrang. Die Knotenpunkte sind beziffert und dienen der Orientierung. Siehe Kapitel: Radwegenetz.
Essen & Trinken
Essen und Trinken ist in Belgien mitunter, je nach Wahl der Lokalität, etwas teurer; beeindruckte mich dafür stets mit ausgesuchter Qualität.
Folgende Gasthäuser besuchte ich auf meiner Reise und kann sie bedenkenlos loben:
- Hasselt, Borrelhuis: leckere Hausmannskost
- Hasselt, Goei Gosting: lukullische Verführung
- Pelt, Het 8ste Sacrament: Perfekt, lecker, toller Service
- Lanaken, Bistrobar Puur: tolle Hausmannskost in rustikalem Ambiente
Übernachten
Zelt, Herberge, Pension oder Hotel: für jeden Geschmack und Geldbeutel bietet die Limburger Region die richtige Unterkunft. Unter visitlimburg.be/de/ findet sich eine passende Unterkunft.
Hier logierte ich:
- HolidayInn Hasselt: Businesshotel mit geräumigen Zimmern, erstklassigem Service und üppigem Frühstück. guestreservations.com/holiday-inn-hasselt
- Hotel de Boskar, Pelt: klein, fein, persönlich, schöne Zimmer. hoteldeboskar.be/hotel-de-boskar-pelt/
- Jocomo Parc, Lanaken: Glamping am See. Das große Zelt bietet allen Luxus wie eine Hotelsuit. jocomo.be/de
Für Neugierige: Die beschriebene Drei-Tage-durch-Limburg-Route zum Nachfahren!

Jocomo Glamping Zelt in Lanaken: So geht Zelten! Meine 2. Unterkunft











