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Radtouren mit Kindern haben ihre eigenen Regeln. Kilometerfressen ist passé, ebenso lange Kulturstopps in Kirchen oder Museen. Doch die Angst, dass die (Groß-)Eltern den Freizeitspaß nicht mehr so recht genießen können, ist unbegründet. Es kann sehr angenehm sein, sich mit dem Nachwuchs gemeinsam auf dem Rad in der Freizeit und auf Alltagswegen zu bewegen. Nichts überstürzen »Junge Familien sollten sich ein bisschen gedulden, bevor sie wieder mit dem Rad auf Tour gehen«, weiß Reiner Kolberg vom Kindertransport-Spezialisten Zwei plus zwei: »Sobald das Kind sicher und ruhig in einer Trageschale liegen kann, kann es auch für kurze Ausfahrten in einer Säuglingsmatte im Kindertransporter mit auf eine Radfahrt starten.«
Ideal für längere Touren sind natürlich gefederte Modelle
»Die meisten Chariot-Modelle bieten eine einstellbare Blattfederung, die genau auf das Gewicht der Kinder angepasst werden kann«, erklärt Kolberg. Natürlich muss ein guter Anhänger bei jedem Wetter einsetzbar sein, Wasserfest müssen sie sein, ein UV-Schutz für Sonnentage und ein Fliegengitter sind ebenfalls unerlässlich.
Wer anfängt, mit Kindern im Schlepp Radtouren zu fahren, muss sich gegebenenfalls selbst mit neuem Material versorgen. Dass solch ein Rad nicht unsportlich sein muss, beweist etwa Staiger mit dem Sport-Trekking-Rad »Oregon« (ab 1.399 Euro), dessen Hinterbau trotz aller Sportlichkeit ausreichend dimensioniert ist, um einen Anhänger zu ziehen. Gewöhnungsbedürftig auf Gefällstrecken ist das »Schieben« ungebremster Anhänger beim Verzögern. Eine Folge ist, dass der Bremsweg länger wird.
Gefedert anhängen
Mit Kindern unterwegs zu sein, bedeutet, mehr Zeit in Pausen zu investieren -- schließlich ist das Radfahren an sich erst einmal für die Eltern die Hauptsache. Die Kinder freuen sich über attraktive Ziel- und Pausenorte wie Spielplätze, Eisdielen, Badeplätze. Auch das Beobachten von Tieren und Pflanzen ist eine beliebte Abwechslung unterwegs. Überhaupt sind Tagestouren mit der Familie deutlich kürzer, als man es von sportlichen Radtouren gewohnt ist. Für eine 30-Kilometer-Runde ist anfangs ohne weiteres ein ganzer Tag einzuplanen -- zum einen durch umfangreiche Stopps, zum anderen aber, weil die Kinder das Tempo vorgeben. Das Bewusstsein, dass der Nachwuchs nicht selber treten muss, sollte nicht dazu verleiten, längere Fahrtstrecken als sonst zurückzulegen -- es kommt auf die Abwechslung von Fahren und Spielen, Entdecken und Kennenlernen an. Das gilt natürlich auch, wenn sich die Kinder in der Übergangsphase von »gefahren werden« zu »selbst fahren« befinden -- etwa als Tandem-Copiloten. Gute Resonanzen in der Fachpresse hat dafür das »Croozer Family"-Familientandem von Zwei plus zwei erhalten (ab 1.349 Euro). Apropos "zusammen auf einem Rad«: Der amerikanische Anbieter Santana baut nicht nur Tandems, sondern auch Triplets (3), Quads (4), Quints (5) und sogar Hex (6) mit speziellen verstellbaren Kinderkurbeln. Für ein solches Familienfahrzeug muss man allerdings mindestens 6.800 Euro investieren. »Dennoch entscheiden sich immer öfter Familien für ein Triplet«, berichtet Wolfgang Haas von Santana-Europa. Er glaubt, dass das besondere Gemeinschaftsgefühl auf den Mehrsitzern den Ausschlag gibt.
Neue Ära Selberfahren
Das Thema Material wird auch dann wichtig, wenn die Kinder selbst Rad fahren. »Wer bei Kinderrädern spart, verleidet dem Nachwuchs die Freude am Radfahren -- vor allem, wenn Papa und Mama auf teuren Sporträdern unterwegs sind«, weiß Puky-Geschäftsführer Ralf Puslat.
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