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29.05.08 | 09:00 h

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PM - Orthopädische Klinik München-Harlaching

 
 
 

Fitness

 

Gestürzt? Knochenverletzungen sind schwer zu erkennen

(29.05.08/hh) Sobald mit den ersten frühlingshaften Sonnenstrahlen die Winterpause für Fahrräder, Inline-Skates und Skateboards, aber auch für Lauf- und Fußballschuhe beendet ist, passieren im ersten Überschwang häufig Missgeschicke: Umknicken mit dem Fuß, oder Sturz mit dem Rad.


In etwa 30 Prozent aller Sturzverletzungen sind Hand und Handgelenk betroffen. Das so genannte Kahnbein ist der am häufigsten betroffene Handwurzelknochen. »50 Prozent der Kahnbeinbrüche werden primär nicht erkannt und folglich fehlerhaft oder gar nicht behandelt«, schätzt Dr. Bernhard Lukas, Chefarzt des Zentrums für Handchirurgie in der Orthopädischen Klinik München-Harlaching.


Je nach Aufprallwinkel der Hand kann die Speiche brechen oder aber der Handwurzelbereich verletzt werden. Ein Laie kann den Unterschied zwischen einer Prellung und einer Knochenverletzung nicht erkennen. Mit teilweise schwerwiegenden Folgen: Nach dem Sturz lässt der Schmerz rasch nach, die Knochenverletzung aber bleibt. Nach Monaten kann es dann zu Beschwerden kommen, die nur mit hohem Aufwand zu kurieren sind oder im schlimmsten Fall zu irreparablen Schädigungen führen.


»Gerade bei Handwerkern kann ein nicht oder falsch versorgter Sturz in die Berufsunfähigkeit führen«, berichtet Dr. Lukas aus seinen Erfahrungen. So kann ein nicht versorgter Kahnbeinbruch zu einer Falschgelenkbildung oder zum Absterben des Knochens führen. Monatelange Verläufe mit aufwändigen operativen Maßnahmen bis hin zur Versteifung des Handgelenks sind die Folge. Und im schlimmsten Fall kann der Patient wegen Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen seinen Beruf nicht mehr ausüben.


Zur Diagnose steht den Medizinern eine breite Palette an Instrumenten und Methoden zur Verfügung: vom einfachen Röntgenbild über so genannte Provokationstests bis hin zur Computertomographie bzw. Kern-spintomographie.


Für die Auswahl der geeigneten Verfahren und die Beurteilung der Ergebnisse ist jedoch viel Erfahrung nötig. »Bänderrisse und Knochenbrüche am Mittelfuß werden oft übersehen und als harmloses Umknicken fehlinterpretiert«, erklärt Prof. Dr. Markus Walther, Chefarzt für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie in der Orthopädischen Klinik München-Harlaching. Er beschäftigt sich seit Jahren mit Sportschuhen unter orthopädischen und sportbiomechanischen Aspekten und stellte dabei eine deutliche Zunahme von Verletzungen fest, die durch ultraleichtes Schuhwerk mit verursacht sein dürften. Auch er betont die Wichtigkeit einer gut abgestimmten Diagnostik: »Egal, ob Foul beim Fußball oder Schmerzen beim Joggen – ausschlaggebend ist, die Ursachen rasch und korrekt zu diagnostizieren.« Denn erst nach gesicherter Diagnose kann über die Art der Behandlung entschieden werden.


Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren durch den Einsatz moderner Techniken und Methoden deutlich verbessert. Eine entscheidende Rolle spielt jedoch die Zeit. »Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass mit verzögerter Behandlung das Risiko für dauerhafte Probleme stark ansteigt. Dies gilt an der Hand ebenso wie am Fuß« so Prof. Walther. »Die raschen Rehabilitationszeiten im Profisport sind unter anderem darauf zurückzuführen, dass eine optimale Diagnostik und Behandlung sofort einsetzt«.


Viele Verletzungen ließen sich jedoch vermeiden, wenn die Sportler einige grundlegende Aspekte beim Sport berücksichtigten: »Dazu gehören vor allem die Protektoren bei Trendsportarten wie Rollerski, Inline-Skates und Skateboard oder Helm und gepolsterte Handschuhe beim Radfahren«, mahnt Dr. Lukas. Und sein Kollege Prof. Walther ergänzt: »Wer mit ungeeigneten Schuhen und übermotiviert Sport treibt, braucht sich über Beschwerden oder gar Verletzungen nicht zu wundern.«




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(Quelle: (#. 4115))

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