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07.06.2011 | 16:02 h

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Fitness

 

Wenn der Nacken schmerzt

Nackenschmerzen beim Radfahren können unterschiedliche Ursachen haben. Eines ist allerdings wahrscheinlich: Sie sitzen falsch!

© Yanik Chauvin - Fotolia

Radfahren ist gesund – und gut für den Rücken. So heißt es immer wieder, doch mancher wird sich fragen, was wirklich dran ist an dieser Behauptung. Denn wer jedes Mal während und nach längerer Touren das Gefühl hat, sein Kopf ist zu schwer für den Hals oder einen fiesen Schmerz spürt, der vom Nacken in den Rücken oder gar bis hinunter in die Arme zieht, wird nur müde lächeln können. Dabei ist das Problem meist hausgemacht: Eine falsche Sitzposition ist in der Regel die Ursache der unnötigen Qualen.

Engpass Halswirbelsäule – die Schwachstelle unseres Körpers
Unsere Halswirbelsäule (HWS) besteht aus den sieben Wirbelkörpern zwischen dem Kopf und dem Rumpf. Bei gesunden Menschen ist sie leicht nach vorn gebogen. Durch sie hindurch und an ihr entlang laufen lebenswichtige Versorgungskanäle: Blutgefäße, Nerven, Speiseröhre und Luftröhre – und das alles auf sehr engem Raum. Außerdem ist die HWS der einzig ungeschützte Teil unserer Wirbelsäule, was sie besonders anfällig für Außeneinflüsse (Kälte, Zug etc.) macht.

Die Wirbelkörper stehen in einer stabilen Reihe und sind über Wirbelgelenke miteinander verbunden. Diese werden durch Bandscheiben voneinander abgepuffert, Bänder und Muskeln sorgen für die nötige Kraft und Stabilität in der Bewegung. Eine Konstruktion, die verletzlich ist: Wohl jeder hat schon einmal erlebt, dass allein eine ruckartige falsche Bewegung ausreicht, um stechenden Schmerz und als Folge einen „steifen Hals“ zu bekommen.

 

Dr. Michael Koob (49), bekannter Orthopädie-Spezialist, berät Sie.

 

 

 

 

 

 

 

Richtig sitzt, wer sich wohl fühlt
Vermutlich haben auch Sie eine Lieblingsposition auf Ihrem Drahtesel, also einen Sitz mit einer Körperneigung, die Ihnen bequem erscheint. Sollten Sie jedoch immer wieder unter Verspannungen und Schmerzen im Nacken-Schulter-Rückenbereich leiden oder sogar sporadisch taube Arme bekommen, sollten Sie diese noch einmal überprüfen. Ideal ist eine Vorneigung des Oberkörpers um 15° bis 20°. Sie ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Sitzhöhe, Sattelposition und -Neigung, Lenkerhöhe und -Neigung sowie Sitzlänge. Besonders wichtig ist hier auch die Federung von Sattel und Rad, um Stöße auf die Wirbelsäule abzufangen. Ist die Vorneigung des Oberkörpers zu stark, kommt es im Nacken schnell zu Muskelverspannungen und auf Dauer zu Arthrose der hinteren Gelenke. Das wiederum ist oft der Auslöser für Nervenwurzelreizungen und einem Schmerz oder Taubheitsgefühlen bis hinunter in die Arme.

Ein guter Fachhandel  unterstützt Sie!
Und wie ist das bei professionellen Rennradfahrern mit der extremen Vorneigung? Ganz einfach: Sie werden in der Regel täglich massiert, trainiert und die gesamte Rückenmuskulatur entsprechend betreut. Sie als Freizeitfahrer hingegen sind darauf angewiesen, schon beim Kauf Ihres Rades die richtigen Einstellungen vorzunehmen. Im Fachhandel sollte eine passende Beratung Standard sein (und ist es auch in der Regel). Und wenn Sie sich nicht sicher sind: Lassen Sie Ihre Sitzposition noch einmal überprüfen. Damit Ihnen auf der nächsten Tour der Schmerz nicht mehr im Nacken sitzt und die gute Laune verdirbt!

(Quelle: )

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