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22.09.2009 | 09:15 h

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Redaktion:

Jens Kockerbeck

 
 
 

Top News 1, Test & Technik

 

TEST: 6 Räder, 6 Gattungen – zum Einstiegspreis: Die 500er-Klasse

Top oder Flop? Sind 500 Euro eine sinnvolle Investition für ein Fahrrad? Ist dieses Budget die absolute Untergrenze? Um diese Fragen zu beantworten, nahmen wir sechs verschiedene Räder genauer unter die Lupe.

Damit sind wir auch schon bei der Frage, ob und wann 500 Euro eine lohnende Investition sind. Die Antwort darauf: Je weniger ein Rad an Komponenten benötigt, desto einfacher ist es für die Hersteller diese „Eckpreislage“ zu erreichen.

Im Detail heißt das, dass natürlich das Volksrad als Singlespeeder schon gewonnen hat. Mit 300 Euro unterbietet es die anderen Räder zudem deutlich. Auf der anderen Seite hat Kettler mit dem Trekking
rad wohl die schlechtesten Karten – da muss ja alles rein, was ein Trekkingkunde will. Und in der Tat ist es dem renommierten Hersteller nicht gelungen, eine Empfehlung für sein Sentiero zu bekommen. Wie Kettler versuchen auch andere Hersteller ihre günstigen Räder mit Federgabel und Federsattelstütze bequem zu machen. Weil aber deren Fertigungstoleranzen in diesen Preisregionen oft sehr groß sind, sind deren Funktionen entsprechend different.
Bei Bremsen, Licht und Gepäckträgern können oft nur einfache, manchmal sogar minderwertige Teile in das knappe Budget gepresst werden. Dass das auch anders gehen kann, zeigt das ebenso umfangreich bestückte Cityrad von Winora. Allerdings sind hier die Gabel und die Stütze starr. Oft ist genau das die bessere Wahl bei günstigen Rädern. In der Regel gewinnt der Gesamteindruck merklich. Allerdings favorisieren wir den am Kettler verbauten Nabendynamo deutlich gegenüber dem Seitenläufer des Winora Broadway.

Die drei sportlichen Räder liegen im Großen und Ganzen auf einer Linie und sind alle sehr positiv zu bewerten. Aber auch hier gibt es typische Merkmale für die Preisklasse: Am Deutlichsten wird das am Mountainbike von Cyclewolf. Als Hardtail ist das Blackfoot ein typisches Mountainbike für die unteren Preisregionen. Einen gefederten Hinterbau kann und darf man nicht erwarten. Ebenso wie eine Federgabel, deren Rückschlag einstellbar ist. Ihre Agilität lässt sich oft nur grob einstellen. Für Einsteiger in den Geländesport reicht so ein Rad aber aus. Wer sich noch nicht sicher ist, ob das Terrain abseits der Straße sein Ding ist, ist mit diesem Rad sehr gut bedient.

Das Focus Blue Ridge und das Diamant Elan sind beinahe identisch, letztlich entscheiden die Federungen über das Einsatzgebiet. Dennoch ist der Focus Crosser dem Fitnessrad im Test überlegen. Als Marke von 
Europas größtem Radhersteller Derby Cycle kann Focus anders kalkulieren. Daraus resultiert dann ein noch etwas hochwertigerer Rahmen. Auch die Ausstattung ist zwar nicht viel aber entscheidend besser. Weil es gehobener bestückt und breiter einsetzbar ist, bekommt das Rad von Focus unsere Empfehlung knapp vor dem Elan 300.

aktiv Radfahren Fazit

Unser Test zeigt, dass die Räder für das kleine Budget oft nicht vor teureren Alternativen zurückschrecken müssen. Keiner der Kandidaten hat einen wirklich schlechten Eindruck hinterlassen.
Vermeintliche Preiskracher aber sollten Sie genau unter die Lupe nehmen. Wichtig ist, dass Sie sich über den Einsatzzweck im Klaren sind und welche Ausstattung Ihr Rad mitbringen soll. Davon hängt entscheidend ab, ob Ihr Rad ein Preis-Leistungsknaller ist – oder nicht. Prinzipiell dürfen Sie davon ausgehen, dass ein großer Hersteller Ihnen besonders, wenn Sie Ihre finanzielle Grenze ausreizen wollen, bessere Angebote machen können.

Ich persönlich ziehe für mich den Schluss, dass ich die 500er in Zukunft nicht mehr pauschal ablehnen werde.

(Quelle: aktiv Radfahren 7-8/2009)

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