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21.09.2011 | 14:14 h

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Erik Braunreuther

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Ein See zum Verlieben: Rennrad-Reise rund um den Wörthersee

Märchenhaft waren einst die Geschichten um das „Schloss am Wörthersee“. Sagenhaft ist die Legende zur Entstehung des Sees. Ganz und gar fabelhaft lässt sich die Region mit dem Rennrad erkunden.

Es war ein rauschendes Fest und die gesamte Haute-Volée der Stadt gab sich bei Tanz und Buffet ein glanzvolles Stelldichein. Kein Wein, der zu teuer gewesen wäre, kein Tanz den man ausgelassen hätte an diesem Abend. Die Musik tönte bis in die nahen Berge hinauf und vom Geläut der Kirchenglocken war kaum etwas zu hören, als diese den nahenden Ostersonntag ankündigten. Doch kaum war der letzte Glockenton verhallt, öffnete sich schwungvoll die prächtige Tür zum Festsaal und ein kleines Männlein trat ein. Mit rauschendem Bart und grauem Gewand konnte es unmöglich ein später Gast sein und seine Worte passten kaum zur tollen Stimmung: „O ihr gottlosen Schwelger“, lamentierte der Kurze. „Wisset ihr nicht, welche Feier wir morgen begehen? Kehret heim, ehe euch strenge Strafe erreicht!“ Betretenes Kichern im Saal, ein spöttischer Zwischenruf und schon war das Männlein verschwunden. Die Kapelle spielte wieder auf und ein paar schwungvolle Takte später war die bizarre Episode vergessen. Doch kurz vor Mitternacht öffnete sich das Portal abermals und der graue Spielverderber trat nochmals auf den Plan. Diesmal trug der Bärtige ein kleines Fässlein unter dem Arm und mahnte die Feiernden nochmals zu Andacht und Buße. Ansonsten, drohte er, „öffne ich den Hahn des Fässchens, und Tod und Verderben kommt über euch!“ Doch wieder lachte die Festgesellschaft nur und spottete um so lauter, bis Punkt Mitternacht ein Gewitter hervorbrach und mit einem Schlag alle Lichter verloschen. Das eisgraue Männlein verschwand in der Dunkelheit, aber sein Fässlein lag am Boden. Aus dem Hahn liefen Fluten klaren Gebirgswassers, die im Nu den Raum, das Gebäude und die ganze Stadt füllten. Niemand von den gottlosen Besuchern, so die Sage, habe sich damals retten können und wo einst die stolze Stadt ihre Paläste gen Himmel reckte, liegt heute der Wörthersee – der glasklare Mittelpunkt eines famosen Rennradler-Reviers.

 


Sagenhafte Vielfalt
Für die Erkundung der Region rund um Kärntens größten See ist das idyllische Örtchen Velden die perfekte Basis. In Deutschland kennt man den Ort aus der Fernsehserie „Ein Schloss am Wörthersee“: Die Freuden und Leiden im Veldener Schlosshotel bannten Anfang der 1990er Jahre ein großes Publikum vor der Mattscheibe und setzten Roy Black ein filmisches Denkmal. Kaum ein deutscher Mime verzichtete damals auf einen Auftritt in einer der 34 Folgen und neben Nina Hagen oder Harald Juhnke lernten sogar US-Stars wie Larry Hagmann oder Telly „Kojak“ Savalas den Wörthersee kennen. Heute ist das Schloss ein schmuckes Wahrzeichen des 8.800-Seelen-Ortes Velden und ein guter Startpunkt für eine Kennenlern-Runde um den See. Die mittelschwere Tour (siehe Tour-Info) von etwa 70 Kilometern hat knapp 1.000 Höhenmeter aufzubieten und beschreibt einen weiten Bogen um den Wörthersee. Der ist zwar während der Tour nicht immer zu sehen, doch dafür hat die Strecke so viele wunderschöne Ein- und Ausblicke parat, dass man bisweilen vergisst, auf die Straße zu achten.

(Quelle: Magazin RennRad Ausgabe 8/2011)

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