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Dazu Chiba Handschuhe und Überschuhe sowie Uvex Helm FP1 und die Brille Crow Pro in allen Gläservariationen: alles erste Wahl. Da in Norwegen alles an Wetterkapriolen möglich ist, sollte Winterkleidung vorsichtshalber nicht fehlen. Nicht wegen viel Schneefall, aber am Hochplateau hatte es dann gerade mal vier Grad plus. Da war ich im Vorfeld gut beraten durch meinen Leitspruch: »Tue zuerst das Mögliche, um das Unmögliche möglich zu machen.«
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Was mögen wohl die Rennradler denken,
wenn man hier mit dem MTB steht
und 540 Kilometer auf der Straße vor sich hat.
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Start in die dämmrige Mittsommernacht
2005 war es, als ich wie mein großes Vorbild Jens Vogt das Feld 170 Kilometer bis kurz vor der Einfahrt zum Dovrefjell-Hochplateau anführte, ehe mich dort der erste Fahrer aus dem Verfolgerfeld eingeholt hatte. Welche Gefühlswelten und Emotionen ich damals durchlebt habe, ist einfach nicht zu beschreiben. Daran denke ich immer gerne, das ist eines meiner bleibenden Erlebnisse. Wie wird es nun drei Jahre später sein? Mit dem Mountainbike kann ich so etwas schon mal vergessen, das ist klar.
Um 23:55 Uhr ist meine Startzeit, und ich stehe neben vielen Rennradfahrern mit einigen Mountainbikern im Startblock und warte auf den Startschuss. Insgesamt haben sich über 5837 Teilnehmer angemeldet, die in Blocks immer wieder auf die verschiedenen Strecken geschickt werden. Es dämmert, denn die Mittsommernacht lässt es nicht richtig dunkel werden. Es ist traumhaft, diese »Nacht« vor sich zu wissen, wenn man das schon einmal erlebt hat. Eigentlich bräuchte man kein Licht, weil man zur Mitsommerzeit fast taghelle Verhältnisse hat, aber dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, damit die Rennteilnehmer besser gesehen werden. Was mögen wohl die Rennradler denken, wenn man hier mit dem MTB steht und 540 Kilometer auf der Straße vor sich hat. Oder wenn man sie mit dem MTB überholt, was in den nächsten Stunden des öfteren passierte.
Was ich momentan noch nicht weiß ist, dass diesmal die Strecke Trondheim-Oslo 562 Kilometer lang sein wird, da ab Lillehammer an der E6 gebaut wird und alle über die Landstraßen nach Oslo dirigiert werden, um lange Autostaus zu verhindern. Normalerweise geht es ab Lillehammer fast komplett bis Oslo auf der autobahnähnlichen E6-Hauptverbindungsroute, die von Oslo bis zum Nordkap reicht. Ich habe maximal 42 Stunden Zeit, in Oslo einzufahren. Die Übernachtungsmöglichkeit in Kvam nach 270 Kilometern ist nach wie vor gegeben, aber ich will die Sache wieder möglichst nonstop zu Ende bringen. Das Begleitfahrzeug, das meine Frau und mein Sohn fahren, ist aus rein logistischen Gründen natürlich empfehlenswert.
Ich weiß, dass die ersten 170 Kilometer die härtesten sein werden, denn bis ich über dem auf 1100 Metern liegenden Dovrefjell-Hochplateau bin, kann ich meiner Muskulatur keine einzige Pause gönnen. Und mit etwas Pech liegt Schnee da oben. Der Startschuss fällt pünktlich für mich um 23:55 Uhr und ich bewege mich mit einer mehr als 300 Starter starken Meute in Richtung E6 die fast ständig unser Begleiter ist. Ich gebe schon am Start ein ordentliches Tempo vor, das diesmal keiner mitgehen will, und so bewege ich mich erst einmal alleine Richtung Oslo. Eigentlich nicht mein Stil, aber ich will einen Rekord setzen: dafür bin ich nach Norwegen gekommen.
Moralpeitsche Paris-Brest-Paris: 1228 Kilometer in 78 Stunden
Schon am Stadtrand von Trondheim wird mir fast schlecht, als ich den Wegweiser sehe: Oslo 525 km.
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