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Auch fürs Rennrad bietet Humpert übrigens einen verstellbaren Vorbau an - das Modell 'Swell R' (ab ca. 69 Euro) ist sehr leicht (unter 200 g), verdrehsteif und auch optisch kein Bruch mit einem sportlichen Straßenrad. Georg Stingel von der Aktion Gesunder Rücken warnt übrigens vor einer generellen Ablehnung des sportlichen Radfahrens: 'Auch auf dem Rennrad kann man völlig ohne Schmerzen radeln, wenn die Position stimmt und dem Körper ein wenig Anpassungszeit gegeben wird. Wer viel fährt, sollte seine Bauchmuskeln zusätzlich trainieren, denn die kommen beim Radfahren zu kurz.'
Stoßbelastungen vermeiden
Ein Risikofaktor ist auch mit einer perfekten Sitzposition nicht ausgeschaltet: Stoßbelastungen, wie sie beim Überfahren von Bordsteinkanten oder Schlaglöchern entstehen, sowie Dauervibrationen, die alle nicht völlig glatten Fahrbahnen ständig auslösen. Um diesen Problemen beizukommen, hat sich die Industrie in den letzten Jahren einiges einfallen lassen, etwa ergonomisch geformte Lenkergriffe mit großer Auflagefläche und weich gepolsterte Gelsättel. Eine besondere Rolle bei der Stoßminderung spielt jedoch die Vollfederung: 'Sie kann die Vibrationsbelastung beim Radfahren um bis zu 35 % reduzieren, was eine deutliche Schonung von Rücken und Gelenken bedeutet', berichtet Heiko Müller.
Ein zusätzliches Plus: 'Für die Vollfederung spricht neben dem Komfort auch die Sicherheit. Denn durch die Stoßdämpfer verbessert sich die Straßenlage und der Bodenkontakt des Fahrrades. Das ist besonders an Bürgersteigkanten, auf Kopfsteinpflaster und Feldwegen wichtig', so Müller. Fahrräder, die all diesen Anforderungen gerecht werden, sind zum Beispiel die riese und müller Modelle 'Avenue' (ab 1.499 Euro) und 'Culture' (ab 1.649 Euro) - beide mit dem begehrten AGR-Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken e.V. ausgezeichnet, dem besonderen Qualitätsmerkmal für rückengerechte Alltagsgegenstände.
Sparsamen Radfahrern bietet sich die Möglichkeit, durch eine spezielle Bereifung einen Effekt zu erzielen, welcher der Vollfederung zumindest nahe kommt. Der Ballonreifen 'Big Apple' (ab 25,90 Euro) von Schwalbe (www.schwalbe.de), in 50 oder 60 mm Breite erhältlich, kann mit geringem Luftdruck gefahren werden und sorgt dadurch für angenehmen Fahrkomfort, ohne dass die Gefahr von Reifenpannen droht. 'Mit der Big-Apple-Bereifung (60-622, 2 bar) wurden auf einem ungefederten Rad circa 25 Prozent weniger Beschleunigungen an der Lendenwirbelsäule gemessen als mit Standardbereifung (37-622, 4 bar). Im Vergleich dazu konnte ein vollgefedertes Fahrrad die Beschleunigungen an der Lendenwirbelsäule um 33 Prozent reduzieren', referiert Carsten Zahn vom Reifenhersteller Bohle eine wissenschaftliche Testreihe der Kölner Sporthochschule. Allerdings lassen sich die Komfort-Reifen nicht an jedem Fahrrad nachrüsten. Auf einer eigens eingerichteten Website (www.balloonbikes.com) können Interessierte die verfügbaren Modelle der Radhersteller abfragen.
Zusätzlich zu Sitzposition und Federung gilt es eine Reihe anderer Faktoren zu beachten, die rückenfreundliches Radfahren begünstigen. 'Rahmen mit tiefem Durchstieg etwa erleichtern das Auf- und Absteigen und vermitteln Sicherheit im Straßenverkehr', erklärt Mario Moeschler vom Fahrradhersteller Winora-Staiger (www.winora.de) - besonders wichtig für Menschen, die nach einer Rückenerkrankung wieder den Einstieg ins Radfahren wagen. Auch aufs Gewicht sollte man beim Radkauf achten; 20 Kilo und mehr lassen sich kaum die enge Kellertreppe hinunter tragen. Und das Thema Leichtlauf ist ebenfalls nicht zu vernachlässigen: Eine Reduzierung der Fahrwiderstände schont Muskeln und Gelenke und sorgt darüber hinaus für mehr Radfahrspaß.
Aspekte, die sich in einem Fahrrad gar nicht alle verwirklichen lassen?
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