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19.10.2011 | 13:07 h

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Fahrrad-Revolution im Dschungel

Wer weder Strom zum Antreiben von Maschinen oder Fördern von Wasser hat, muss sich was einfallen lassen. Im Dorf San Andrés Itzapa, mitten im Dschungel Guatemalas, erzeugen „Bicimáquinas“ aus schrottreifen Fahrrädern die Energie für Mixer, Waschmaschinen und Wasserpumpen – und ermöglichen so ein besseres Leben.

Aña Maria Guch, Vorsitzende des Vereins aktiver Frauen, zeigt, wie sie Aloe Shampoo mit Bicimáquinas erzeugen. Simple Mixer werden mit umgebautenr Fahrradtechnik angetrieben. Die Frauen stellen damit auch Fruchtsäfte, Gemüsepürees, Mehl oder Seifen her – um diese Produkte bei Fußballspielen, Festivals oder Paraden zu verkaufen. Grundlage für einen bescheidenen Wohlstand.

In der Werkstatt von Maya Pedal herrscht ständig Betrieb.

Carlos repariert Fahrräder und baut neue Bicimáquinas, unterstützt von Freiwilligen aus aller Welt, die mit ihm ihr Wissen teilen und später weiter verbreiten. Maya Pedal recycelt übrigens alles aus Fahrrad-Schrott. So entstehen etwa aus Rahmen Regale, Schränke, Türen. Oder aus alten Laufrädern mit Speichen Zäune für Kleinvieh. Eben alles, was den Tüfftlern täglich neu in den Sinn kommt.

Auch hier sind Bicimáquinas zu sehen, entwickelt und produziert von der Maya Pedal Asociación: Hier und unten eine Konstruktionen für das Fördern von Wasser, rechts zum Antreiben einer Getreidemühle.

Im  Jahr 1997 begann Maya Pedal Asociación Bicimáquinas aus schrottreifen Fahrrädern, die mittlerweile in den USA und Kanada gespendet und kostenfrei nach Guatemala geliefert werden, zu bauen.


Bicimáquinas sind pedal-betriebene Maschinen, die Küchenmixer aber auch Mühlen und Dreschmaschinen antreiben – ohne Treibstoff oder Strom.
Inzwischen gibt es Mühlen für Mais, Soja und Kaffee. Fahrradmaschinen, die als Betonmischer, Metallschärfer und Waschmaschinen fungieren. Für Stromgeneratoren und Holzsägen existieren bislang nur Prototypen. Auch Wasserpumpen funktionieren damit bestens: Per Pedalantrieb können die Einwohner von San Andrés pro Minute 30 Liter Wasser aus dem 30 Meter tiefen Brunnen fördern. Die Bicimáquinas sind dabei den in Südamerika üblichen elektrischen Pumpen überlegen. Diese lassen sich nur für Tiefen bis zwölf Meter einsetzen.


Die Idee für diese genialen Apparate entstand aus dem Wunsch, den Bauernfamilien der San Andrés Gemeinschaft zu helfen. Auslöser für Maya Pedal war der Mangel an Elektrizität und Brennstoff im Dorf.
Carlos und Cesar, die Gründer von Maya Pedal, erzielen mit dem Projekt nicht nur einen außerordentliches Erfolg, sondern auch weltweite Aufmerksamkeit. Dadurch, dass viele Freiwillige aus der ganzen Welt vor Ort mitarbeiten und in der Werkstatt Erfahrungen austauschen, ist Maya Pedal die Keimzelle weiterer faszinierender Pedal-Projekte in vielen Entwicklungsländern. Ein Beispiel aus Nicaragua: Dort gibt es eine Telefonzelle bei der die Energie zum Telefonieren durch eine Fahrradmaschine erzeugt wird.


Und das Maya Pedal-Projekt zeigt auch, dass durch die Umdrehung des Pedals eine einfach-geniale Energie-Revolution realisierbar ist – ohne Belastung der Umwelt.

 

Ein Video zum Bericht finden Sie hier

(Quelle: )

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