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Ein Rad aus dem Kaufhaus – das fällt beim Einkauf auf. Eine gläserne Werkstatt dahinter – macht Eindruck. Zentral in der Stadtmitte gelegen, da kommt man praktisch im Vorübergehen vorbei. Kein Wunder, dass immer mehr Leseranfragen zu Modellen von Torpedo in die aktiv Radfahren-Redaktion flattern.
Nun steht es also vor uns: das Tasman LTD, Topmodell der Torpedo-Trekkinglinie. Elegant zurückhaltend in Farbe und Optik. Für Kenner auffallend gut bestückt: Leicht laufende Conti Contact-Reifen auf geösten Felgen (für uns ein Qualitätsmerkmal) aufgezogen. Auch bei Nässe hervorragend ziehende Hydraulikbremsen von Magura – sogar in der nachstellbaren HS 33-Version. Hut ab. Per Fernbedienung über einen Lenkerhebel blockierbare RST-Federgabel – das ist im Trekkingradsektor eine Seltenheit – das erntet von uns Applaus. Sportiver Ledersattel von Velo, abfallendes Oberrohr für mehr Schrittfreiheit, mattierter Gepäckträger mit Packtaschen-Bügeln, als Schaltung eine für seine Robustheit und Präzision bekannte, reinrassige Shimano XT-Schaltgruppe inklusive Schalt-Hebelage, ergonomische Ergon-Griffe mit flächiger Handauflage, Busch und Müller Halogen-Lichtanlage mit Standlicht-Automatik hinten – und vorn, wie sich bei der ersten nächtlichen Ausfahrt herausstellt. Vorbildlich. Deutsche Teile haben Priorität – finden wir gut. Ein gutes Preis-Leistungsverhältnis muss man bescheinigen, wenn man nach der Übersicht übers Rad mal kurz auf die Mail mit dem Preis schielt: 999 Euro wollen die Torpedo-Macher für die ´08-er Version ihres Erfolgsmodells haben. Klingt klasse. Aber wie fährt es sich?
Souveräne Fahreigenschaften – gemixt mit einem Schuss Dynamik
Aufgesessen: Spürbar ist sofort, die Bemaßung des Tasman stimmt. Der Abstand Sattel – Lenker, die über einen winkelverstellbaren Vorbau einstellbare Lenkerhöhe ebenso. Auf dem Torpedo kommen keine Streckbankgefühle auf, die Sitzposition ist neutral, schön aufrecht (für beste Tourentauglichkeit, unverkrampftes Fahren) bis leicht sportiv (wenn aktive Fahrweise mal Trumpf ist). Die Fahreigenschaften laufen analog zur Sitzposition: Zwischen Fahrdynamik, weniger Agilität und souveränem Geradeauslauf ist ein optimaler Kompromiss gefunden – was das mit 15,6 Kilo recht leichte Tasman LTD zu einem Allrounder für Stadt, Touren, Alltag und Reisen macht.
In gelungener Weise passen Schaltung, Bremsen, Federung und Ausstattung prima dazu: Die hier als reinrassige XT-Gruppe ausgeführte Schaltung (kein Mix!) arbeitet im Alltagsbetrieb, bei sportlicher Beanspruchung wie auch unter Last (Berg, mit Reisegepäck am Heck), präzise. Die Magura-Hydraulikbremsen verzögern (sehr angenehmes, feinfühliges Einbremsen möglich) weich bis bissig und stets sicher, was im (beladenen) Tourenbetrieb ebenso wichtig ist wie bei der täglichen Fahrt auf regennassen Straßen zur Arbeit. Der Gepäckträger packt dank Federklappe tägliches Gut ebenso wie Reisetaschen und ist ein Muster an Stabilität. Übrigens ebenso wie der stylische Hinterbauständer von Pletscher, der schon beim Ab- wie Anklappen Freude macht.
Ingesamt verwöhnt das Alurad mit guter Geometrie, einem steifen Rahmen für definitives Fahren auch bei Zuladung und Top-Komponenten. Hier sei die vom Lenker aus blockierbare Federgabel (gutes Ansprechverhalten, bringt Komfort gerade auf ruppigen Wegen) nochmals erwähnt. Dass der sportive, aber gut passende Sattel eine starre Stütze besitzt, unterstreicht die Sportlichkeit des Torpedo – eine Federstütze kann man ja nachrüsten. Punktabwertung bekommt das Tasman durch den flexenden, mit der Zeit knatschenden Concept-Vorbau, der deshalb bei aktiver Fahrweise (z.B. Wiegetritt) ein schwammiges Steuergefühl erzeugt. Hier sollte Torpedo nacharbeiten. Geärgert hat uns die bruchgefährdete Position des abstehenden Rücklichts.
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