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Dabei standen neben sozialen und individuellen Faktoren, insbesonders städtebauliche Faktoren im Interesse der ForscherInnengruppe um Ao. Prof. Dr. Sylvia Titze vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Graz. Zum Einsatz kamen dabei die Erfassung der Stadtinfrastruktur mittels Geographischem Informationssystem (GIS) und eine repräsentative Umfrage.
Am meisten genutzt wird das Rad als Verkehrsmittel bei Distanzen bis zu 4 km, danach sinkt mit der Entfernung die Bereitschaft, ins Pedal zu steigen. Ein Zusammenhang zwischen der Dichte der Ampelanlagen und der Wahl des Verkehrsmittels wurde nicht festgestellt.
Gefahrlos und rasch ans Ziel radeln jene, die auch sonst aktiv sind
Eine Umfrage unter 905 erwachsenen Grazer/innen zeigte, dass das Vorhandensein von Radwegen und Abkürzungen die Chance, das Rad als Verkehrsmittel zu verwenden, verdoppelt. Noch positiver wirkt es sich auf die Radnutzung aus, wenn die befragte Person viel Bewegung macht und das Rad als schnelles Verkehrsmittel beurteilt. Es fällt auf, dass vor allem sportlich aktive Menschen das Rad als Verkehrsmittel verwenden und die soziale Unterstützung durch Freund/innen und Bekannte ebenfalls die Nutzung des Fahrrads fördert.
Bewegungsmuffel und Übergewichtige radeln wenig
Durch die Umfrage wurde auch belegt, dass gerade Übergewichtige (Body Mass Index über 25) und Bewegungsmuffel, die aus gesundheitlicher Sicht besonders stark von mehr Bewegung profitieren würden, signifikant weniger das Fahrrad als Verkehrsmittel wählen. Hemmend auf die Chance, das Rad als Verkehrsmittel heranzuziehen wirkt auch, wenn das "Radfahren als körperlich unangenehm" eingestuft wird (-50%). Gleich um 68 % sinkt die Chance der Radnutzung bei jenen, die das Rad als unpraktisches Verkehrsmittel bezeichnen.
Information soll besonders die bislang Inaktiven ermutigen
"Die Ergebnisse belegen, dass es weiterer Anstrengungen bedarf, jene zu mobilisieren, die aus gesundheitlicher Sicht am meisten davon profitieren würden: körperlich Inaktive und Übergewichtige." stellt Mag. Hörhan, der Leiter des Fonds Gesundes Österreich fest, dessen Einrichtung gemeinsam mit der Stadt Graz das Projekt gefördert hat und will ein Studienergebnis nutzen: "Durch gezielte Informationen wollen wir die soziale Unterstützung fördern, die die Lust steigert, aufs Radl zu steigen."
Auch die Studienleiterin Ao. Prof. Dr. Sylvia Titze sieht hier Chancen: "Bei Infokampagnen könnten Vorbilder eingesetzt werden, die in der österreichischen Bevölkerung geschätzt werden und die Freude am Radfahren im Alltag haben. Dies soll letztlich im Freundes- Bekannten- oder Kolleg/innenkreis ein positives Klima schaffen, durch das sich jene ermutigt fühlen, die das Fahrrad bislang noch nicht verwendet haben."
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