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Haltbarkeit versus Haftung; Leichtlauf versus Pannenschutz
Lange halten soll der Reifen, dabei wie ein Saugnapf auf der Straße kleben. Und völlig unempfindlich gegen äußere Beschädigungen sein, bitteschön, dabei aber geschmeidig und ohne jeden Widerstand abrollen. "Im Grunde stellt jeder Reifen, jede Gummimischung nur eine Annäherung an einen Idealzustand an, der jedoch nicht zu erreichen ist", sinniert Carsten Zahn vom Reifenhersteller Schwalbe (www.schwalbe.de). Denn ein unbegrenzt haltbarer Reifen müsste aus einem sehr harten Material sein, das keinerlei Abrieb kennt -- gute Haftung erfordert dagegen einen weichen Gummi, der sich an die Strukturen des Untergrundes anpasst und für eine möglichst große Kontaktfläche sorgt.
Welcher Reifen für welches Rad?
Dass es je nach Fahrradgattung unterschiedliche Reifentypen geben muss, ist logisch. Am Rennrad finden schmale Pneus Verwendung, die einen hohen Reifendruck erlauben, sich beim Abrollen weniger stark verformen und dadurch leichter laufen. Profilrillen sind bei diesen Reifen nur schmückendes Beiwerk. In Sachen Haftung kommt dem Profil beim Rennrad keine Bedeutung bei -- höchstens eine psychologische. Das Schwalbe-Topmodell Ultremo, mit 195 Gramm übrigens extrem leicht, ist folgerichtig als Slickreifen konzipiert.
Im Gelände sieht das natürlich anders aus
Hier sind Profilstollen nötig, die auf rutschigem Untergrund gute Haftung bieten. Überdies müssen die Profile so konstruiert werden, dass sie sich im Gelände nicht mit Schlamm zusetzen -- "Selbstreinigung" nennen das die Experten. Je nach Gelände und Fahrradtyp verwenden Mountainbiker mehr oder weniger voluminöse Reifen. "Wer ein voll gefedertes MTB nutzt, kann auch schmalere und damit leichtere Reifen setzen und diese mit höherem Druck fahren", weiß Christian Malik vom MTB-Hersteller HaiBike (www.haibike.de), denn das "Fahrwerk" sorgt für den optimalen Bodenkontakt. Bei "Hardtails" oder Starrbikes ohne jegliche Federungselemente müssen die Reifen gleichzeitig für Komfort und Bodenhaftung sorgen, hier sind dickere Reifen mit weniger Luftdruck angesagt, so Malik gegenüber dem pressedienst-fahrrad. Um die richtige Reifenauswahl beim Mountainbike auch für Laien zu ermöglichen, hat Hersteller Schwalbe eigens eine Matrix entwickelt. Unterschiedliche Reifen, Witterungsbedingungen und Untergründe sind in ihr zusammengefasst und weisen die jeweils optimale Reifenauswahl aus.
Breiter rollt leichter
Breitere Reifen rollen prinzipiell leichter, da sie eine zur Seite hin breite, in Laufrichtung jedoch schmale Auflagefläche besitzen. Deshalb verformt sich so ein Reifen beim Abrollen weniger stark als ein schmaler Pneu, der einen langen, schmalen Abdruck hinterlässt. Das gilt jedoch nur für Reifen, die identisch aufgebaut sind und mit dem gleichen Druck gefahren werden können -- zum Beispiel Rennradreifen in 23 beziehungsweise 28 Millimeter Breite, die auf sechs bar aufgepumpt sind.
Glatt oder mit Profil?
Fahrräder, die im Alltag oder auf Touren eingesetzt werden, müssen einerseits auf Asphalt leicht laufen, andererseits Reserven bereithalten, wenn es einmal über unbefestigte Wege geht. Für diesen Zweck gibt es spezielle Profile mit seitlichen Stollen, die ein Wegrutschen auf schlammigen Pfaden oder Sandwegen verhindern. Reine Asphaltreifen sind häufig als "Semislicks" mit Profilrillen gestaltet, durch die bei nassen Straßen das Wasser abfließen soll.
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