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Investitionen in das rheinland-pfälzische Radwegenetz machen sich schon nach kurzer Zeit bezahlt. Das ist die zentrale Aussage einer neuen Studie zum Radtourismus in Rheinland-Pfalz, die Wirtschafts- und Verkehrsminister Hendrik Hering auf einer Pressekonferenz in Mainz vorgestellt hat.
Danach machen pro Jahr rund 18,4 Millionen Radtouristen aus Nah und Fern in Rheinland-Pfalz Urlaub. 17,4 Millionen sind Tagesgäste und eine Million Übernachtungsgäste. Die Wertschöpfung, die durch den Radtourismus erzielt wird, liegt bei 340 Millionen Euro pro Jahr, das sind zehn Prozent der gesamten touristischen Wertschöpfung.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass geschätzten Ausgaben für den Bau der Radwege in Höhe von rund 83 Millionen Euro eine jährliche Wertschöpfung von rund 71 Millionen Euro gegenüber steht. "Nach etwas mehr als einem Jahr hat sich der Bau eines Radweges also schon bezahlt gemacht."
Das Ausgabeverhalten der Radtouristen liegt im Vergleich mit den Touristen insgesamt auf einem nur leicht niedrigeren Niveau, bei Unterkunft und Einkäufen sogar teilweise auf einem deutlich höheren Niveau. Im Durchschnitt geben die übernachtenden Radtouristen 62 Euro pro Person und Tag aus, Tagesgäste 22 Euro. Vorrangige Wünsche und Anforderungen der Radtouristen sind eine eindeutige Beschilderung der Strecken, komfortable und sichere Radwege und eine attraktive Landschaft.
Für die Untersuchung hat das Europäische Tourismusinstitut (ETI) in Trier rund 5500 Personen zu ihrem Radreiseverhalten befragt. Die Befragung fand über den Zeitraum eines gesamten Jahres an Mosel-Radweg, Maare-Mosel-Radweg, Nahe-Radweg sowie Kraut- und Rüben-Radweg statt.
"Mit dem Ausbau der Radwege hat die rheinland-pfälzische Landesregierung konsequent auf den boomenden Radtourismus gesetzt. Mosel- und Rhein-Radweg gehören zu den zehn beliebtesten Radfernwegen in Deutschland. Auch bei den Fahrrad-Urlaubs-Regionen schneidet Rheinland-Pfalz gut ab. Mosel und Eifel gehören zu den Top 10", betonte der Minister.
Das Netz touristisch bedeutender Radwege in Rheinland-Pfalz sei inzwischen auf eine Länge von rund 3700 Kilometern angewachsen. Es umfasse die sieben großen Radfernwege entlang der Flusstäler mit einer Länge von rund 950 Kilometern und eine Vielzahl weiterer attraktiver touristischer Radwegeverbindungen im ganzen Land. Das Netz an den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen sei im vergangenen Jahr um 36 Kilometer angewachsen.
Sonderprogramm für den Radwegebau
Damit sich diese Entwicklung fortsetze, habe das Land im Landesstraßenbauprogramm 2007/08 ein Sonderprogramm für den Radwegebau aufgelegt. Pro Jahr stünden rund drei Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung, informierte Hering. "Das ist praktisch eine Verdopplung der investierten Mittel. Mit Hilfe des Sonderprogramms können wir einige seit langem geplante Radwege in Angriff nehmen."
Für das laufende Jahr seien Bau bzw. Bauvorbereitung auf folgenden Strecken vorgesehen: L 98 Briedern-Mesenich (185000 Euro), L 114 Weibern-Wehr (150000 Euro), L 335 Nastätten-Miehlen (360000 Euro), L 356 Hirschhorn-Weilerbach (300000 Euro), L 382 Adenbach-Ginsweiler (250000 Euro), L 440 Eich-B 9 (300000 Euro) und L 540 Freimersheim-Hochstadt (100000 Euro). Auch die sieben Radfernwege in den großen Flusstälern würden Schritt für Schritt vervollständigt. Aktuell seien u.a. Bauarbeiten rechtsrheinisch zwischen Braubach und Osterspai sowie an der Mosel zwischen Ellenz und Ernst im Gange. Mit Nachdruck würden auch die Baurechtsverfahren für die Strecken Densborn-St. Thomas (Kyll-Radweg), Rech-Altenahr (Ahr-Radweg) und Laurenburg-Geilnau (Lahn-Radweg) betrieben.
Ein entscheidendes Kriterium für Radtouristen sei die eindeutige Beschilderung der Radwege. Grundlage für Rheinland-Pfalz sei die seit 2004 landesweit einheitliche Radwegebeschilderung nach den "Hinweisen für die wegweisende und touristische Beschilderung für den Radverkehr in Rheinland-Pfalz".
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