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15.02.2006 | 18:13 h

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Historie: Opel – einst größter Radproduzent der Welt!

(15.02.06/df) Räder für die Welt - Vor 120 Jahren begann Opels Aufstieg zum größten Fahrradproduzenten der Welt. Wer alle Hintergründe lesen will, sollte sich etwas Zeit nehmen .....

So sahen einst Werbeplakate für Opel-Fahrräder aus

 


Im Jahr 1886, als in Rüsselsheim das erste Hochrad gefertigt wurde, begann eines der erfolgreichsten Kapitel in der Opel-Firmengeschichte. 1927 avancierte das Unternehmen sogar zum größten Zweiradhersteller der Welt. Zahllose Rekorde und Sporterfolge machten die Marke bekannt, allein über 560 Siege errangen die fünf Opel-Söhne. Mit der Konzentration aufs Automobilgeschäft und dem Verkauf der Fahrradproduktion an NSU endete 1937 nach über 2,6 Millionen gefertigten Fahrrädern das Zweirad-Kapitel.


Ein Geschenk zu Weihnachten macht den Anfang ..

Die Geschichte der Fahrradproduktion bei Opel beginnt mit dem Weihnachtsfest 1885. Adam Opel schenkt jedem seiner Söhne Carl, Wilhelm, Heinrich, Friedrich und Ludwig ein Velociped. Bekanntschaft mit der neuartigen Erfindung hat Adam Opel bei seiner Hochzeitsreise im Vorjahr in Paris gemacht, wo Zweiräder bereits zum Straßenbild gehören. Die Probefahrt auf dem Hochrad am ersten Weihnachtsfeiertag endet für den Firmengründer im Straßengraben, der anschließende Verkauf der offenbar gefährlichen Weihnachtsgeschenke bringt allerdings einen beträchtlichen Gewinn ein. Die erlöste Summe überzeugt Adam Opel von den kaufmännischen Möglichkeiten des neuen Verkehrsmittels. Schon im Frühjahr 1886 verlässt das erste Hochrad die Werkshallen, die konstruktiven Vorgaben liefert die führende englische Fahrradindustrie.


Besser eine gute Kopie als schlecht erfunden ...

1887 studiert der älteste Sohn Carl Opel in England die Fertigungsmethoden der marktbeherrschenden Hersteller. Dort hat sich das Fahrrad neben Pferd und Kutsche sowie als Sportgerät bereits etabliert. Kurz darauf wird die eigene Produktpalette ausgeweitet. Neben den Hochrädern, bei denen das Auf- und Absteigen akrobatisches Geschick vom Fahrer verlangt, werden so genannte \'Sicherheits-Niederräder\' und Dreiräder hergestellt. Die erste Anzeige kündet vom hohen Freizeitwert der Neuentwicklung: \'Das Vergnügen des Radfahrens ist keinem Alter und Stand verschlossen, selbst Damen und älteren Herren bietet das Dreirad Gelegenheit zu gesunder Erholung. Das Fahren übt eine für Körper und Geist gleich kräftigende Wirkung aus. Rüsselsheim, Dezember 1887, Adam Opel.\'



1888 wird die erste Fabrikhalle eingeweiht, die der Zweirad-Produktion vorbehalten ist. Die Proteste anderer Verkehrsteilnehmer anlässlich des Auftauchens der neuartigen Zweiräder werden im gleichen Jahr vom Reichsgericht abgelehnt: beim Aufeinandertreffen zweier Fuhrwerke - etwa Kutsche und Velociped - muss jeder Fahrer auf sein Fuhrwerk aufpassen und gegebenenfalls absteigen. Zweirad-Fahrer sind mit Kutschern und Reitern somit gleich gestellt. Die wachsende Beliebtheit von Fahrrädern - eine Folge des einfacher und sicherer zu bedienenden Niederrads - macht sich in den Verkaufs- und Beschäftigten-Zahlen bemerkbar. 1889 sind bei Opel in Rüsselsheim erstmals mehr als 1.000 Menschen beschäftigt, die neben Nähmaschinen 2.200 Hoch- und Niederräder bauen. Im selben Jahr kann das Unternehmen den ersten bedeutenden Sporterfolg seiner Geschichte verbuchen. Der Radrennfahrer August Lehr erringt in London auf einem Hochrad die \'Meisterschaft der Welt\' und feiert gleichzeitig seinen 240. Sieg auf einem Opel-Rad.


180 erste Plätze – Sporterfolge der Opel-Söhne führen zu hoher Bekanntheit

Das Sportengagement macht das Unternehmen bekannt, berühmt wird es durch die Erfolge und Meisterschaften der fünf Opel-Söhne. Carl gewinnt insgesamt 60 erste Preise, Wilhelm 70, Ludwig über 100 und Heinrich 150. Erfolgreichster Opel-Fahrer ist Fritz mit über 180 ersten Plätzen. Einer seiner größten Triumphe bleibt der Sieg bei der Fernfahrt Basel-Cleve im Jahr 1894. Für die 620 Kilometer benötigt er 27 Stunden und 50 Minuten. Sein Rad: die 1893 eingeführte Halb-Rennmaschine \'Opel-Victoria-Blitz\', deren Bezeichnung in ferner Zukunft zum Typennamen der Nutzfahrzeugpalette \'Opel Blitz\' und anschließend zum Markenzeichen des Unternehmens werden wird.



Die werbewirksamen Auftritte der fünf Brüder mit ihrem fünfsitzigem Fahrrad, dem \'Quintuplet\', zeugen vom Aufkommen neuer Reklamestrategien.

(Quelle: (#. 864))

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