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Für viele der mehr als 40 Millionen Radfahrer in Deutschland ist mit dem Frühling die Zeit gekommen, das Fahrrad aus dem Keller zu holen. Häufig aber lehnt das Rad mit platten Reifen an der Wand. Im günstigsten Fall reicht es, den Reifen aufzupumpen. Sollte das nicht helfen, könnte der Schlauch beschädigt sein.
Entweicht die Luft aber über Nacht wieder, dürfte es sich um einen "Schleicher" handeln. Schleicher sind winzige Löcher im Schlauch, die nur minimale Luftmengen freigeben, aber ebenso ärgerlich sind, da das Luftnachfüllen bald zur allmorgendlichen Routine gehören wird. Schleicher sind besonders schwer zu finden, weshalb Experten empfehlen, gleich den ganzen Schlauch auswechseln.
Wer jedoch das Mini-Loch finden möchte, kann einen "Lochschnüffler" einsetzen. Eine transparenten, vergitterte Dose ist mit Styroporkügelchen gefüllt. Wir die Dose über den Schlauch geführt, fangen an der der Stelle, an der Luft austritt, die federleichten Kügelchen zu tanzen an. Ein wenig Spucke (und etwas umständlichere Suche) kann allerdings den gleichen Effekt haben und ist kostenlos.
Handelt es sich dagegen um eine gut sichtbare, ziemlich ausgewachsene Kluft in der schwarzen Lufthülle, etwa durch eine Scherbe oder einen Nagel eingefahren, ist es wesentlich einfacher, die undichte Stelle zu finden. Ratsam ist es, statt eines Schraubendrehers spezielle Montierhebel zu verwenden, um Mantel und Felge zu trennen. Nur so ist sichergestellt, dass die scharfkantigen Werkzeuge (auch beim Weitereinbau) keine weiteren Löcher in den Schlauch reißen.
Falls sich die durchlöcherte Stelle nicht auf Anhieb finden lassen sollte, empfiehlt es sich, den Schlauch etwas aufzupumpen und unter Wasser (Pfütze, Wassereimer) zu halten. An der löchrigen Stelle bilden sich kleine Blasen. Ratsam ist es, mit einem Kugelschreiber die Position des Loches zu markieren. Reiben Sie mit der Hand zudem den Mantel innen auss, So lassen sich eventuelle Reste des Stachels oder der Scherbe im Mantel finden.
Klassiker des Flickzeugs sind die kleinen, grünen Plastikdosen von "TipTop". In den Schachteln finden Radfahrer eine Vulkanisierflüssigkeit, schwarz-rote Flicken, Schmirgelpapier und auf Größe eines Notizzettels eine Anleitung mit Schaubildern. Viele Fachgeschäfte empfehlen TipTop als bestes Mittel, da sich Schlauch und Flicken zu einer Einheit verbinden und nicht mehr trennen. Für Rennräder gibt es extra dünne und für Mountainbikes extra dicke Streifen, um die Löcher abzudecken.
Wer nicht mit der klebrigen Lösung umgehen möchte, findet eine weitere Alternative in selbstklebenden Flicken, zum Beispiel des Herstellers Park-Tool. Die Selbstkleber sind in Sekundenschnelle aufgebracht, der Schlauch läßt sich danach sofort wieder in die Felge einlegen. Die selbstklebenden Streifen halten auch längere Zeit einen höheren Druck aus.
Weniger umständlich sind Reifen, die erst gar keine Luft mehr entweichen lassen. Hersteller Schwalbe etwa bietet, laut Eigenwerbung, einen "kaum kaputtzukriegenden" Reifen an. Ein fünf Millimeter dicker Gürtel besteht aus hochelastischem Kautschuk und ist in das Gewebe eingearbeitet. Dieser Smartguard genannte Gürtel erlaubt sogar das Überfahren von Reißzwecken, macht allerdings den Reifen (und das bei paarweiser Verwendung) schwerer, sodass er nur im Stadtrad-Bereich und für gemütliche Ausflugsfahrer empfohlen werden kann. Der Schwalbe Marathon Plus kostet etwa 30 Euro. Sehr interessant für mehr sportive Einsatzzwecke sind papierdünne Einlegefolien aus Aramid-Gewebe, das weniger dick aufträgt, dem Mantel ein weitaus flexibleres "Walken" erlaubt und so deutlich besseres Abrolllverhalten bei geringerem Rollwiderstand garantiert.
Noch einfacher geht es mit Reifendichtmittel.
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