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08.12.2007 | 12:03 h

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Echt doof: Neuer Fahrplan, weniger Fahrrad-Mitnahme!

(08.12.07/df) Deutsche Bahn verdrängt Radreisende aus dem Fernverkehr: Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember verschlechtert sich einmal mehr das Angebot für Reisende, die ihr eigenes Fahrrad im Fernzug transportieren wollen. Grund: Der Hochgeschwindigkeitszug ICE ersetzt auf vielen ....




.... Strecken die bisherigen InterCity-Verbindungen, die über reservierbare Fahrrad-Stellplätze verfügen. „Der neue DB-Fahrplan setzt für Reisende mit Rad die enttäuschende Tendenz der vergangenen Jahre fort“, sagt Karsten Hübener, Bundesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ADFC. Seit Mitte der 90er Jahre schwindet das Angebot der Fahrradmitnahme im DB-Fernverkehr deutlich, die Zahl der transportierten Räder sank von über 500.000 auf zuletzt rund 250.000 jährlich.



Mit dem kommenden Fahrplanwechsel sind zwar auf vereinzelten Strecken wie Karlsruhe – München oder Dresden – Stralsund einige neue IC-Verbindungen hinzugekommen. Insgesamt jedoch verschlechtert sich das Angebot für Reisende, die auf InterCity-Züge und deren reservierbare Fahrradstellplätze angewiesen sind: So verschwinden mit dem neuen Fahrplan etwa die letzten direkten IC-Verbindungen vom Ruhrgebiet und von Berlin in Richtung München. Auch wächst die Zahl der vom IC-Fernverkehr „abgehängten“ Städte: Jena, Hof, Ingolstadt, Görlitz und Chemnitz sind jetzt ebenso wenig per IC zu erreichen wie Cuxhaven, Aachen oder Siegen. „Die Tendenz ist klar“, sagt Karsten Hübener: „Die Bahn ermöglicht die Fahrradmitnahme nur noch in einem jährlich kleiner werdenden ‚Restnetz’ und will Radreisende in umständlichere Regional- oder teurere Nachtzugverbindungen drängen.“



Die Ausdünnung des Zug-Angebots findet laut ADFC auch im Nachtverkehr statt. Unter der Dachmarke „CityNightLine“ (CNL) bleiben 2008 lediglich 19 der bisherigen 23 Nachtzug- und CNL-Linien erhalten. Künftig entfallen hier wichtige fahrradtaugliche Direktverbindungen wie Frankfurt/Main – Paris, Köln – Binz/Stralsund oder München – Mailand. „Reisende mit Fahrrad haben auch international immer öfter das Nachsehen“, bilanziert Hübener, nachdem nunmehr sechs Nachbarländer tagsüber vor allem mit ICE-Verbindungen erreichbar sind.


Dänemark und Österreich abgehängt

So wird ab dem 9. Dezember der bisher verkehrende EuroCity (EC) nach Dänemark durch ein ICE-Zugpaar Berlin – Hamburg - Kopenhagen/Aarhus ersetzt, das ebenfalls keine Radmitnahme ermöglicht. Auch Richtung Österreich wird die letzte EC-Verbindung über Passau durch einen ICE ersetzt. Die Fahrtzeit von Dortmund nach Wien verlängert sich nun durch mehrmaliges Umsteigen von bisher knapp 12 Stunden auf 13 Stunden 44 Minuten.



Abgesehen von zusammengelegten Falträdern ist die Mitnahme von Fahrrädern im InterCityExpress bislang nicht gestattet, sagt der ADFC. Und das, obwohl die Deutsche Bahn AG bereits mehr als zwei Drittel ihrer Fernverkehrsleistung mit dem ICE bestreitet. „Nun wird es höchste Zeit, auch den ICE endlich für die vielen Reisenden mit Fahrrad zu öffnen“, sagt Karsten Hübener, „schließlich ist dies auch der Wunsch des Bundesverkehrsministers“. Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte im Sommer ein entsprechendes Pilotprojekt gefordert, über das sein Ministerium seitdem mit der Bahn verhandelt.


Im Ausland geht´s: Highspeed-Züge mit Fahrrad-Mitnahme

Zudem zeigen gerade internationale Verbindungen, dass Hochgeschwindigkeitszüge auch fahrradfreundlich sein können: So plant die Betreibergesellschaft der zwischen Köln und Paris verkehrenden „Thalys“-Züge, während einer 2008 beginnenden Umbauphase Stellplätze für vier Fahrräder pro Zug einzurichten. Positive Erfahrungen mit der Radmitnahme hat auch die französische Staatsbahn SNCF gesammelt, die seit Juni 2007 mit dem TGV die Strecke Paris – Stuttgart bedient. Hier können in jedem der Hochgeschwindigkeitszüge Stellplätze für vier Fahrräder reserviert werden. Ab Dezember fährt der TGV bis nach München.



Allerdings: Eine Reservierung der TGV-Fahrradplätze über die Buchungs-Systeme der Deutschen Bahn ist – trotz gegenteiliger Versprechungen – laut ADFC auch weiterhin nicht möglich. „Dieses sinnvolle Angebot wird von der DB boykottiert“, so Hübener.

(Quelle: (#. 3402))

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